schurig  reinhardtAm Sonntag im ersten Testspiel beim SV Brackel 06 hätte Marvin Schurig gerne auf dem Feld gestanden. Stattdessen verfolgte der einzige Winterzugang der Spvgg. Erkenschwick die Partie dick eingemummt von der Bank aus. Noch fehlt die Spielberechtigung für den vom Wuppertaler SV gekommenen Außenverteidiger.

 

Gemeinsame „Bankdrücker“ in Brackel: Rückkehrer Marvin Schurig (links) und der langjährige Erkenschwicker Physiotherapeut, Günther „Paco“ Reinhardt. Foto: Olaf Krimpmann

„Ich habe heute noch mal nachgehört. Ich denke, dass ich zu 99 Prozent am Samstag spielberechtigt bin“, sagt Schurig zu Wochenbeginn.

 Seine Rückkehr an den Stimberg überrascht, selbst wenn Schurig sagt, Erkenschwick sei immer eine Herzensangelegenheit für ihn.

 Magnus Niemöller hatte Schurig 2007 in der A-Jugend vom TuS Hordel zum Stimberg gelotst. Niemöller war es auch, der ihn nach den Weggängen von Dimitrios Pappas (RW Oberhausen II) und Timo Erdmann, dessen Karriere wegen einer Herzmuskelerkrankung auf Eis liegt, nun zurückholte – obwohl der Erkenschwicker Trainer kein Freund von Wintertransfers ist: „Wir kennen ihn, er uns – was soll da schief gehen?“

Schurigs Vertrag läuft bis 30. Juni. „Das ist erst mal so vereinbart. Aber warum sollen wir nicht länger mit ihm planen?“, fragt der Trainer.

Eine Profikarriere wäre schön gewesen, daran zu denken ist jetzt vorbei

 Marvin Schurig hat den Verein trotz aller früheren Turbulenzen in guter Erinnerung behalten. Schnell hatte sich Schurig in den Senioren zur Stammkraft gespielt, aber die Insolvenz und der Abstieg aus der NRW-Liga mit all’ den negativen Begleiterscheinungen nagten an ihm, sagt er. Ambitionen habe er damals durchaus gehabt.

 Der VfB Hüls in der Regionalliga und nun der Wuppertaler SV waren die nächsten Stationen. Wäre ihm in dieser Zeit mal ein Profivertrag angeboten worden, er hätte wohl zugegriffen. „Es war ein Traum. Ich hatte meine Ausbildung abgeschlossen und damit schon mal was in der Tasche. Ohne hätte ich nie soweit gedacht“, sagt Schurig, der heute als Kaufmann für Dialogmarketing in Essen arbeitet. Jetzt aber, mit 27 Jahren, sei dieser Traum vorbei.

„Trotzdem möchte ich noch so hoch spielen, wie es geht und wie es der Beruf zulässt“, sagt er. Der FC Kray und Westfalia Herne hätten bei ihm angefragt, nachdem die Nachricht die Runde gemacht hatte, Schurig sei nicht mehr zufrieden in Wuppertal und strebe eine Vertragsauflösung an.

 Entschieden hat er sich aber für eine Rückkehr an den Stimberg. Es sei eine gute Entscheidung gewesen. „Als ich zum ersten Training kam und sofort Paco sah, ging mir das Herz auf“, berichtet der 27-Jährige. Sich groß eingewöhnen habe er sich nicht müssen. Mit Marcel Müller, Kevin Kokot, Deniz Batman oder Stefan Oerterer hatte er schon zusammen das schwarz-rote Trikot getragen.

 Er sieht sich am Stimberg in der Rolle, in der ihn auch Trainer Niemöller sieht. „Ich komme eher vom Kampf, habe aber auch eine gewisse Winner-Mentalität. Wir haben viele gute Fußballer im Team, ich denke, die Mischung macht’s. Und das sieht bei uns gut aus“, sagt Marvin Schurig.

 Bei seinen Zielen hält er sich (noch) bedeckt: „Möglich ist in der Liga noch alles. Wichtig wird sein, wie wir in den ersten drei, vier Spielen aus den Startlöchern kommen. Gelingt uns das gut, ist uns sicher einiges zuzutrauen.“

von Olaf Krimpmann

Zum Seitenanfang