Nach sechsmonatigem Festkleben auf einem Abstiegsplatz hat Westfalenligist Spvgg. Erkenschwick gestern das Ticket zurück nach oben in der Tabelle gelöst – und wie! Nach 0:2-Rückstand zur Pause besiegten die Schwarz-Roten Davaria Davensberg noch mit 5:2.
350 Zuschauer feierten die Mannschaft und erstmals auch Trainer Jürgen Wielert lautstark. Eine solch couragierte Leistung wie in den zweiten 45 Minuten hatte nicht jeder im weiten Stadionrund der jungen Erkenschwicker Truppe zugetraut, in der die zuletzt angeschlagenen oder fehlenden Laugallies, Schmidt, Grieß und Petrovic rechtzeitig wieder fit waren. Aber wie heißt es so schön: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt...
Die Davensberger Halbzeitführung war mehr als schmeichelhaft. Die Münsterländer profitierten beim 0:1 in der 39. Minute von einem kollektiven Blackout der Erkenschwicker Mannschaft, die sich nach dem Rückstand noch nicht wieder gesammelt hatte als schon das 0:2 folgte (42.). Das saß.
Erkenschwick war schon da die klar Spiel bestimmende Mannschaft, in den Zweikämpfen aber viel zu zaghaft. Spätestens am Davensberger Strafraum war dann auch Schluss mit den Angriffsbemühungen. A-Junior Alexander Glembotzki hätte dennoch die Spvgg. Erkenschwick in Front schießen müssen, doch völlig frei am Elfmeterpunkt verzog der 18-Jährige bei der ersten Torchance des Spiels (8.).
Eine knapp verzogene Direktabnahme von Dominik Ernst (31.) und eine Rettungstat mit dem Fuß von Davensbergs Keeper Adrian Goly gegen Glembotzki (34.) zeigten, in welche Richtung das Spiel fast ausschließlich lief. Allein, es fehlte der Ertrag.
Der sollte nach Wiederanpfiff kommen. In der 51. Minute blies Timo Ostdorf zur Aufholjagd. Sein Treffer mit der „Picke“ war ebenso kurios wie sehenswert. Überhaupt Ostdorf: Er war der Mann für die schönen Tore. Das 3:2 in der 74. Minute erzielte der 1,66-Meter-Renner mit einem schönen Lupfer. Und auch beim Ausgleichstor durch Tobias Bockhoff (72.) setzte „Ossi“ im Davensberger Strafraum bei einem Zuspiel vom Dominik Ernst erfolgreich nach.
Davensberger Widerstand war nicht mehr zu erkennen. „Selbst mein Gegenspieler hat gesagt: Wir führen mit 2:0 und wissen gar nicht warum“, erzählt Timo Ostdorf, der aber auch keine Erklärung hatte für die 45-minütige Blockade in Durchgang eins: „Da haben wir so gespielt wie in der Hinrunde.“ Und da ist der Spvgg. vor dem gegnerischen Tor bekanntermaßen nicht allzu viel gelungen.
In den letzten 16 Minuten folgte nur noch Erkenschwicker Schaulaufen. Druck der irgendwie ausgepumpt wirkenden Gäste war kaum spürbar. Erkenschwick verlegte sich aber nicht nur auf Ergebnis-Sicherung, sondern stürmte zur Freude des Publikums munter weiter.
Der Lohn: Das 4:2 durch Tim Brüggenkamp nach Kopfballvorlage von Jan Schmidt (82.) und das 5:2 durch Dominik Ernst (90.). Zuvor hatte Davensbergs Keeper Goly einen Heber des eingewechselten Dejan Petrovic auf die Latte gelenkt. Sein Gegenüber Jürgen Laugallies brauchte in den zweiten 45 Minuten im übrigen nicht einen einzigen Torschuss zu halten..
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