Welch ein Fest-Tag für die Spvgg. Erkenschwick: Erst hat der Westfalenligist mit einem auch in dieser Höhe verdienten 5:2 (1:1)-Sieg über den SuS Neuenkirchen selbst einen ganz großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. 
 

. Dann durften sich die Schwarz-Roten auch noch über fremde Schützenhilfe freuen. Der 4:3-Sieg von Westfalia Rhynern bei der SpVg. Brakel sorgte am Ende für noch mehr Jubel, als ihn die Truppe von Trainer Jürgen Wielert ohnehin schon mit Schlusspfiff verbreitete. Die Spvgg. hat damit den Klassenerhalt sicher gemacht und sich gleichzeitig ein Endspiel am kommenden Sonntag in Nottuln erspart.
In den Jubel, in den auch die 450 Zuschauer im Stimberg-Stadion einstimmten, mischte sich eine große Portion Genugtuung. Wie oft war die Mannschaft schon abgeschrieben worden? „Wie weit lagen wir hinten? Zwölf Punkte, glaube ich“, staunte auch Timo Ostdorf nicht schlecht. Doch eine grandiose Rückrunde war der Ausgangspunkt für eine fulminante Aufholjagd, die gestern mit einem 5:2-Sieg ihre Krönung fand.
Viel über das Spiel zu schreiben, ist müßig. Erkenschwick schluderte zunächst mit seinen erstklassigen Möglichkleiten und wurde mit einem Kontertor zum 0:1 in der 21. Minute bestraft. „Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dieses Spiel verlieren zu müssen“, meint Trainer Wielert.
Der Mannschaft merkte man jederzeit den Willen an, den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen. Alexander Glembotzkis Ausgleichstreffer noch vor der Pause wie die Rote Karte gegen Neuenkirchens starken Tobias Wehmschulte (33.) nach Notbremse an Glembotzki waren zwei weitere Eckpunkte der ersten 45 Minuten. Die Erkenschwicker Führung nur drei Minuten nach Wiederanpfiff durch Glembotzki bedeutete schon die Entscheidung. Die Schwarz-Roten spielten sich regelrecht in einen Rausch und wurden erst in der Schlussphase im Gefühl des sicheren Sieges leichtfertig, was aber keine Bedeutung mehr haben sollte.
Am Ende feierten dann alle ausgelassen den Klassenerhalt. Selbst Trainer Jürgen Wielert, von den Fans auf der Tribüne ebenso gefeiert, kam um eine kräftige Dusche nicht herum. Der Ex-Profi nahm’s gelassen, denn obwohl der Recklinghäuser kein Mann der lauten Töne ist, stellte sich bei ihm am Ende doch noch eine gewisse Genugtuung ein. „Wie viele haben geunkt, dass das nichts werden wird. Wer ist schon der Wielert, was hat der vorzuweisen? Aber am schönsten ist es, wenn keiner einem etwas zutraut und es am Ende dann doch klappt.“
Passend zum sportlichen Klassenerhalt neigt sich auch das Insolvenzverfahren dem Ende zu. Am 23. Juni wird es beim Amtsgericht Bochum eine Gläubigerversammlung geben. Im Anschluss ab 19 Uhr wird im Vereinsheim ein neuer Vorstand gewählt, denn die Jahreshauptversammlung ist kurzfristig auf diesen Termin nach hinten geschoben worden. Und vielleicht wird dann die nächste Rutsche Bier gekippt – auf die finanzielle Rettung. Die fehlt zum vollkommenen Glück. Spvgg. Erkenschwick: Laugallies – Schurig, Falkowski (80. Ljustina), Schmidt, Ernst – Bönighausen, Grad, Ostdorf, Warncke – Bockhoff, Glembotzki (90. Petrovic)
SuS Neuenkirchen: Menebröcker – Reinke, Wehmschulte, Andrade, Schulz – Zdanowicz (73. Wegs), Felix (61. Brüning), Blanke (73. Haarmann), Schmidt – Schmerling, Klostermann
Schiedsrichter: Wolske (Bochum)
Zuschauer: 450
Tore: 0:1 Schmidt (21.), 1:1 Glembotzki (38.), 2:1 Glembotzki (48.), 3:1 Ernst (58.), 4:1 Ostdorf (63.; Foulelfmeter), 5:1 Bockhoff (69.), 5:2 Klostermann (85.)
Bes. Vork.: 33. Rote Karte für Wehmschulte (Neuenkirchen) nach Notbremse gegen Glembotzki.
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