Sammerl julian5Der Heimnimbus hat bestand, aber das 2:2 (2:1), das die Spvgg. Erkenschwick am Sonntag gegen die TSG Sprockhövel erzielte, hatte mindestens für einen eine Wirkung, wie sie sonst eine Niederlage anrichtet: Trainer Magnus Niemöller wollte weder mit dem Resultat noch mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden sein.

 

   Julian Sammerl, Spvgg. Erkenschwick Fußball Oberliga Westfalen Saison 2014/2015 Jugendlicher Elan trifft Abwehrroutine: Dass hier Sprockhövels Raoul Meister dieses Duell mit Erkenschwicks Julian Sammerl gewinnt, kommt nicht von ungefähr.

Daran tat er gut. Nicht nur gefühlt hätten seine Mannen dem Gegner locker ein Sechserpack einschenken können. Dass ihnen das trotz bester Gelegenheiten nicht gelang, machte der Übungsleiter an einem einfachen Umstand fest: „Die Jungs sind müde im Kopf.“ Jedenfalls begann sein Team die Begegnung vor 253 Zuschauern mit einer extremen Tiefschlafphase.

 Etwa 40 Sekunden waren gespielt, als Sprockhövels Maximilian Claus mit dem Ball am Fuß antrat, auf keine nennenswerte Gegenwehr traf und souverän aus 14 Metern zum 0:1 einschoss.

 Die Platzherren schüttelten sich – und waren kurz darauf endlich da. In der neunten Minute kombinierten der nach einem Tritt bereits angeschlagene Deniz Batman und David Sawatzki auf der linken Seite, sodass Stefan Oerterer im Zentrum Raum hatte, das Batman-Zuspiel zum 1:1 zu versenken (9.).

 Das sah zweifelsfrei nach Fußball aus, und auch in der Folge kamen die Schwarz-Roten zu guten bis besten Gelegenheiten. Spätestens als Daniel Feldkamp mit einem strammen 25-Meter-Schuss das 2:1 erzielte (28.), schienen sich die Platzherren die Pokalniederlage von Hüls aus den Knochen kicken zu wollen. Oerterer etwa hätte nach einem katastrophalen Sprockhöveler Rückpass das 3:1 erzielen müssen, visierte aber frei vor TSG-Keeper Patrick Knieps den Pfosten an (32.). Bei einem tückischen Oerterer-Freistoß war Knieps kurz darauf auf dem Posten (36.).

 Auf der Gegenseite bewahrte Tim Oberwahrenbrock mit einem Fußreflex seine Farben vor dem Ausgleich (45. + 2). Und noch einmal musste Erkenschwicks Schlussmann entscheidend eingreifen: In der 48. Minute, als Oberwahrenbrock einen Foulelfmeter von Aldin Hodzic parierte.

 Dessen Entstehung war an Dämlichkeit nicht zu überbieten: Davide Basile hatte seinen Körper gegen Christopher Antwi-Adjej in einer Spielsituation eingesetzt, als gar keine Torgefahr zu erkennen war. Der Elfmeterpfiff war damit allein aus diesem Grund geradezu zwingend notwendig.

 Sprockhövel schien konsterniert, Erkenschwick hatte noch drei, vier richtig gute Chancen. Zweimal scheiterte Nils Eisen mit einem strammen Schuss an Knieps (52.), einmal köpfte Daniel Feldkamp um Zentimeter am Lattenkreuz vorbei (54.), ehe Lukas Opiola erneut in Knieps den Meister fand (64.).

 Das war’s dann von den Platzherren, deren einziges Problem zunächst war, dass noch 25 Minuten auf der Uhr standen. Waren zu Beginn die Köpfe müde, wurden es nun die Beine. Die Spvgg. ließ sichtlich nach, was Sprockhövel nutzte: Der eingewechselte Muharrem Akyürek nutzte einen Stellungsfehler zum 2:2 (80.).

 Vorausgegangen war ein Diagonalpass, der gefühlt eine halbe Stunde in der Luft war. Aber auch den haben sie am Stimberg an diesem Tage ganz einfach „verpennt“.

von Olaf Krimpmann

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