neue Spieler 2015Mit Christoph Kramer teilte er sich einst eine Wohnung, spielte mit dem späteren Weltmeister auf der Playstation. Auch Stefan Grummel (25), einer von fünf Neuzugängen bei der Spvgg. Erkenschwick, hatte lange eine Karriere wie aus dem Bilderbuch hingelegt. Doch der Sprung ins Profigeschäft blieb dem gebürtigen Bochumer verwehrt. Seit dem 1. Juli ist der 1,78 Meter große Mittelfeldspieler ein „Schwicker“. Und Grummel hat einiges zu erzählen.

 

In ganz jungen Jahren lernte er beim SV Weitmar 09 und RW Stiepel fußballerisch das Laufen. In der D-Jugend klopfte dann der VfL Bochum an, holte den talentierten Spielmacher an die Castroper Straße. Und auch dort überzeugte der heutige Student der Wirtschaftspsychologie. Er lief bis zum zweiten U19-Jahr für den VfL auf, dann ging es zu Bayer 04 Leverkusen, für dessen zweite Mannschaft er im Anschluss auch noch zwei Jahre lang am Ball war.

 Die weiteren Stationen lauteten Rot-Weiss Essen, FC Kray, DJK TuS Hordel und zuletzt SG Wattenscheid 09. Dort wurde er nach 23 Regionalliga-Einsätzen von Beginn an im April gemeinsam mit seinem damaligen Mannschaftskollegen Lucas Oppermann suspendiert. Auf die Gründe, die damals als „Kommunikationsprobleme“ bezeichnet wurden, will auch Grummel nicht näher eingehen. Es habe Unstimmigkeiten mit Trainer Farat Toku gegeben.

 Stefan Grummel galt zu seiner Zeit beim Bundesliga-Nachwuchs als großes Talent, dem zugetraut wurde, es auch zu den Profis zu schaffen. Warum hat das nicht geklappt? „Das ist immer schwierig zu sagen“, antwortet Grummel. „Es gibt nicht den einen entscheidenden Grund, es spielen viele Faktoren eine Rolle.“ Er habe allerdings auf Top-Niveau einen athletischen Nachteil gehabt. „Daran hätte ich im Übergang zum Erwachsenenfußball mehr arbeiten müssen.“

Es klingt kein Neid mit, wenn Grummel das sagt. Er will es auch nicht aufs Pech schieben: „Wenn einer richtig gut ist, dann setzt er sich durch, auch wenn er mal schlechtere Jahre hat.“

Einer, der offensichtlich richtig gut ist und mit dem Grummel heute noch fast täglich Kontakt hat, ist Christoph Kramer. Die beiden lernten sich bei Bayer Leverkusen kennen und teilten sich in Bochum eine Wohnung. „Wir sind beide gleichzeitig von Leverkusen weggegangen – Christoph zum VfL Bochum, ich zu Rot-Weiss Essen“, sagt Stefan Grummel. Als der Kumpel, mit dem er sich an der Playstation duellierte, vergangenes Jahr Weltmeister wurde, verfolgte Grummel das wie Millionen andere als Fan. „Ich habe mich sehr für ihn gefreut“, sagt Grummel zum Erfolg seines Freundes, der diesen Sommer von Borussia Mönchengladbach zu Bayer Leverkusen zurückkehrte.

 Grummel hat sein Weg währenddessen also zur Spvgg. geführt. Diese Entscheidung hat viel mit Trainer Magnus Niemöller zu tun. „Die Gespräche mit dem Trainer haben mich vollends überzeugt“, sagt Grummel. „Dreimal haben wir uns unterhalten, und danach wollte ich unbedingt zur Spvgg.“

Grummels Ziel ist es nun zunächst, das Umfeld kennenzulernen, das Trainerteam und seine neuen Mannschaftskameraden.

„Ich will natürlich eine gute Saison spielen“, sagt der 25-Jährige, der sich das auch für die Mannschaft wünscht. „Was dann dabei herumspringt, ist im Moment schwierig zu sagen. Ich denke, nach zehn Spielen wissen wir da mehr.“

von Sebastian Schneider

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