grummel stefan 02Die Spvgg. Erkenschwick hat sich seiner ersten Pflicht in der Saison entledigt: Relativ humorlos gewann der Oberligist sein Kreispokalspiel beim SC Marl-Hamm mit 8:0 (1:0). Gegner in der nächsten Runde ist der Sieger der Partie FC 96 Recklinghausen - Teutonia SuS Waltrop. Das Spiel findet zum regulär angesetzten Spieltermin am nächsten Donnerstag statt.

 

Die frühe Führung für den Gast: Stefan Grummel (Mitte) kommt am Elfmeterpunkt zum Schuss und trifft in der 15. Minute zum 0:1 Foto: Olaf Krimpmann

Wer sich immer fragte, welchen Sinn im Fußball der Seitenwechsel zur Halbzeit hat, der bekam Mittwochabend die passende Antwort: Damit beide Spielhälften gleichermaßen beansprucht werden. Erkenschwick hatte von Beginn an gefühlte 90 Prozent Ballbesitz, Marl-Hamm verteidigte bisweilen mit elf Mann in der eigenen Hälfte.

 Und das lange Zeit nicht mal schlecht. Trainer Oliver Dirr hatte – nicht zuletzt aus Verletzungsgründen – seinem Team die defensive Ausrichtung verordnet. Stefan Grummel traf zwar früh zum 0:1 (15.), richtig zwingend war das aber zunächst nicht, was der Oberligist vollbrachte.

 Dass die Spvgg. dennoch im Schonmodus weiter kam, war abzusehen, als die Hammer Löwen „die“ Gelegenheit ungenutzt ließen, sich Rückenwind zu verschaffen. In der 57. Minute parierte Hamms Keeper Justin Hütteermann einen von Arda Nebi getretenen Foulelfmeter.

 Oft geht nach solchen Szenen ein Ruck durch eine Mannschaft, denn: Hamm war zwar unter dem Strich chancenlos, wahrte so aber das 0:1. Nur 30 Sekunden später brachen alle Dämme: Bei der nach der Parade fälligen Ecke stand Stefan Oerterer frei und nagelte den Ball unhaltbar zum 0:2 an den Innenpfosten ins Tor.

„Sofort war unsere Euphorie flöten“, ärgerte sich Marl-Hamms Trainer Oliver Dirr.

 Der musste mitansehen, wie seine Mannschaft nun mustergültig auseinandergenommen wurde: Oerterer legte sofort zwei Treffer nach und kam zu einem Hattrick (65.; 66.). Den Rest gegen zunehmend überforderte Hammer Löwen besorgten mit ihren Treffern Nils Eisen (65.), Firat Akcapinar (78.) sowie Timo Erdmann (81.; 84.).

 Am Ende beruhigten sich dann auch die Gemüter wieder ein bisschen. Schiedsrichter Roger-Roy Gad musste vier Hammer wegen zu harter Gangart mit der Gelben Karte bestrafen, und das alles binnen 25 Minuten. Hamms Trainer Dirr wurmte das aber nicht: „0:8 hört sich heftig an, aber die erste Halbzeit war richtig gut von uns. Damit kann ich leben.“

von Olaf Krimpmann

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