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oberliga westfalenSo schnell kann’s im Fußball gehen. Am Sonntagabend hatte Oberligist VfB Hüls noch vier Punkte Vorsprung vor dem ersten Abstiegsplatz, seit Montag sind es satte neun. Glückwunsch zum Klassenerhalt! Denn dazu wird wohl Rang 16 ausreichen. Den Grund lieferte nun der VfL Bochum: Dessen U23 steht vor dem Abstieg aus der Regionalliga West, wird in der Oberliga aber nicht mehr antreten.

 

Was sagt Reinhold Spohn, in Personalunion Staffelleiter von Regionalliga West und Oberliga Westfalen, zum Rückzug der Bochumer?

 Der Funktionär hüllt sich offiziell in Schweigen, verweist auf eine Sitzung des WFLV-Verbandsfußballausschusses in der kommenden Woche, bei der die potenziellen Regionalliga-Bewerbungen geprüft werden: „Welche Folgen der Rückzug für die Regionalliga haben wird, ist Stand heute völlig offen.“ Für die Oberliga sind die Folgen ziemlich klar: Es dürfte bei zwei Absteigern am Saisonende bleiben. „Weniger geht nicht“, so Spohn mit Verweis auf die Auf- und Abstiegsregelung der Liga. Bedeutet: Besteht die Liga nach allen Auf- und Abstiegen am Saisonende zur neuen Spielzeit aus weniger als 18 Vereinen, wird von unten aufgefüllt – in diesem Fall ist ein verstärkter Aufstieg aus der Westfalenliga möglich.

Wird beim VfB Hüls nun der Klassenerhalt gefeiert?

 Das wohl nicht. Teammanager Engin Yavuzaslan gibt aber zu, dass die Nachricht aus Bochum die Lage für den VfB Hüls natürlich entspanne. „Aber es ist jetzt keinesfalls so, dass wir uns darauf ausruhen. Wir wollen unsere Hausaufgaben machen, es selbst schaffen – und nicht aufgrund irgendwelcher Entscheidungen am grünen Tisch drinbleiben.“ Nebenbei sieht Yavuzaslan die Entwicklung in Bochum auch mit einem weinenden Auge. Der 33-Jährige hat schließlich selbst von 2001 bis zu seinem Wechsel zur Spvgg. Erkenschwick 2004 für Bochums U23 gespielt. „Dass es die Mannschaft nicht mehr geben soll, ist schon etwas traurig.“

Auch für SV Zweckel und Westfalia Herne hat sich die Lage verbessert.

 Zumindest leicht. Auch für sie gilt: Rang 16 langt. Zweckel hat fünf Zähler Rückstand auf SuS Neunkirchen, Westfalia Herne seit dem 2:1-Erfolg im Kellerduell bei den Münsterländern sieben. 14 Spieltage vor Schluss ist der Abstiegskampf damit wieder offen(er).

Und wie könnte die Spvgg. Erkenschwick profitieren?

 Nur, indem sie sich bei Neuverpflichtungen in Bochum umsieht. Dort werden nun etliche Spieler frei. Gute Erfahrungen mit beim VfL ausgebildeten Kickern haben sie am Stimberg: Lukas Opiola und Daniel Feldkamp etwa kommen aus der Bochumer Schule. „Ich denke, dass da jetzt einige Vereine schauen werden – wenn sie’s nicht schon längst tun“, so Trainer Niemöller.  In Sachen Neuzugänge lässt sich der Erkenschwicker Übungsleiter aber nicht in die Karten schauen: „Ganz egal, wo diese Spieler jetzt spielen: Eine ganz schlechte Mannschaft haben wir ja nicht gerade. Wenn wir also jemand holen, dann muss er das Potenzial zum Leistungsträger mitbringen.“

Quelle: Stimberg-Zeitung