oerterer32Beim Schlusspfiff sank er zu Boden. Fassungslos war Stefan Oerterer. Soeben hatte der Erkenschwicker Torjäger den Ball aus 20 Metern fulminant ans Stadtlohner Lattenkreuz genagelt. Künstlerpech: Ein, zwei Zentimeter tiefer, und „Ö“ hätte in einem Spiel gleich zwei Traumtreffer erzielt.

 

So jubelt ein Kunstschütze: Stefan Oerterer nach seinem 45-Meter-Treffer zum 1:0. Foto: Olaf Krimpmann

Und damit das vorgezogene Spiel gegen SuS wohl alleine entschieden. 1:1 (1:1) endete die Begegnung am Mittwochabend am Stimberg. Weniger schiedlich, friedlich, wie es das Resultat vermuten lässt. Denn wie bereits das Hinspiel im Münsterland, war das erneute Aufeinandertreffen vor 250 Zuschauern nichts für schwache Nerven.

 Auch wenn „Ö“ in der Nachspielzeit das Pech am Stiefel kleben hatte – mit einem mehr als sehenswerten 45-Meter-Schuss über SuS-Keeper Niklas Lukas hinweg hatte der Oberliga-Torschützenkönig in der 25. Minute zweifelsfrei auch für das sportliche Highlight dieser Begegnung gesorgt. Es war ein Treffer der Marke „Tor des Monats“. „Und dann auch noch mit meinem schwächeren Fuß“, schmunzelte „Ö“. Da konnte er noch Lachen. Am Ende fasste er sich nach seinem Lattentreffer ungläubig an den Kopf.

 Weitere Höhepunkte hatte die Begegnung – wenn auch nicht von dieser erlesenen Qualität – zuhauf zu bieten. Zwar machte SuS Stadtlohn seinem Trikotsponsor – einem Hersteller für durchaus feine Möbel – kaum Ehre, da die Mannschaft von Trainer Daniel Sekic mehrfach spielte wie Eiche rustikal. Abdullah Altunbas musste in der 69. Minute wegen Foulspiels an Kevin Kokot vom Platz.

 Doch Fußball zu spielen verstehen die Münsterländer durchaus. Spvgg.-Keeper Michael Strzys, der wie Stephan Nachtigall und Alexander Robers sein letztes Heimspiel für die Spvgg. bestritt, musste zweimal in höchster Not eingreifen (43. und 46.) und hatte Glück, dass sein Rempler gegen Krüchting nicht zu einem Strafstoß führte (31.).

 Machtlos war der Spvgg.-Schlussmann in der 45. Minute, als Josse Gerick allein auf ihn zulief und den Ball locker zum 1:1 einschob. Mordsgefährlich war auch der abgefälschte Freistoß von André Hippers, der auf die Torlatte klatschte (84.).

 Auf der Gegenseite ergaben sich in einem zuweilen hitzigen Spiel – die ersten beiden Verwarnungen zückte Schiedsrichter Jens Jeromin in der dritten(!) Minute – auch gute bis beste Chancen für die Platzherren.

 So rettete Markus Banken einen Oerterer-Schuss von der Torlinie (22.), so vergaben David Sawatzki (wollte einen Flankenball von Janos  Bluhm sechs Meter vor dem Tor mit der Brust annehmen anstatt ihn direkt zu köpfen) oder Alexander Robers (setzte einen Dropkick über die Latte) weitere Riesenchancen.

von Olaf Krimpmann

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