Mitternachtscupsieger 2015 stuckenbuschMit einer der größten Überraschungen in der Geschichte des Kick-mit-Schmidt-Mitternachtscups ging die 10. Auflage zu Ende. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag schlugen die Sportfreunde Stuckenbusch im Finale den TuS Haltern nach Neunmeterschießen mit 5:3 (2:2). Ein Landesligist als Sieger - das hat es seit dem Erfolg von Erle 08 bei der Turnierpremiere 2005 nicht mehr gegeben.

 

Der Überraschungssieger beim Kick-mit-Schmidt Mitternachtscup: Landesligist SF Stuckenbusch. Foto: Krimpmann Foto: Olaf Krimpmann

Schluss, aus, vorbei. Als der größte Erfolg in der jüngsten Vereinsgeschichte der Sportfreunde Stuckenbusch unter Dach und Fach war, verhängte Bruno Ruch ein Hallenfußball-Verbot für seinen Klub. Zumindest was den Mitternachtscup anbelangt. "Das war's. Hier nehmen wir nie wieder teil", verkündete der Geschäftsführer des Landesligisten freudestrahlend. "Dieser Erfolg ist einfach nicht zu toppen."

 Ob seine Mannschaft ihm Folge leistet? Unwahrscheinlich. Im packenden Finale gegen den Landesliga-Rivalen TuS Haltern schnappten sich die Sportfreunde bei der zweiten Teilnahme den Titel und 700 Euro Siegprämie. 2016 gehen sie damit als Titelverteidiger an den Start. Eine Ehre, auf die "am Leiterchen" sicher niemand verzichten will.

 Sinan Özkaya hatte Stuckenbusch im Finale mit 1:0 in Führung gebracht. Der TuS Haltern, der sich wie die Sportfreunde im Verlauf des Turniers mächtig steigerte, schlug zurück. Andre Koch brachte sein Team mit einem Doppelschlag in Front. Auf der TuS-Bank waren sie schon bereit zum finalen Jubeln - als Tobias Portmann in letzter Minute doch noch zum 2:2 ausglich.

 Im Neunmeterschießen, neuerdings nur noch mit drei Schützen pro Team, blieben die Stuckenbuscher ohne Fehl und Tadel. Daniel Schleume traf zum 1:0. Für den TuS scheiterte gleich im ersten Versuch Tim Abendroth, einer der besten Kicker des Turniers, am starken Torhüter Kevin van Holt. Christoph Maas erhöhte auf 2:0, ehe Andre Kreuz zum 1:2 verkürzte. Als Tobias Portmann den Ball zum 3:1 in die Maschen trat, gab's bei den Rot-Weißen kein Halten mehr.

 Fußballerisch hat man sicher schon bessere Mitternachtscups gesehen. Technisch hochwertigen, funkelnden Amateurfußball (wie in der jüngeren Vergangenheit Wattenscheid 09, TSV Marl-Hüls oder Spvgg. Erkenschwick boten) bot die 10. Auflage selten. Vor 1000 Zuschauern in der ausverkauften Rosa-Parks-Halle lebte das Turnier diesmal von Überraschungen.

Favoriten scheiden vorzeitig aus

 Zum Beispiel vom frühen K.o. der favorisierten Oberligisten. Titelverteidiger Spvgg. Erkenschwick spielte pomadig und kam nie in Schwung: Aus in der Vorrunde. TSV Marl-Hüls und SV Schermbeck hatten ihr Pulver früh verballert: Aus im Viertelfinale. Der SV Zweckel kämpfte sich sich immerhin ins Halbfinale vor, unterlag dort knapp, aber hoch verdient dem TuS Haltern mit 0:1.

 Die Schwächen der vermeintlich Großen nutzten die Außenseiter. Wie die Sportfreunde Stuckenbusch. Nach einem miesen Start arbeiteten sich die Recklinghäuser ins Turnier. Sie verengten die Räume, neutralisierten die Stärken der Gegner, spielten schnörkellos nach vorn und glaubten an sich. Siehe Tobias Portmann in der Schlussminute des Finales. Für Trainer Michael Pannebecker besonders schön: Zehn Turniertreffer verteilten sich auf neun Schützen. "Einen echten Torjäger haben wir ja nicht. Heute haben alle Verantwortung übernommen."

 Auf dem Weg ins Endspiel verhinderten Pannenbeckers Kicker eine noch größere Überraschung. Im Halbfinale stoppten die Sportfreunde die DJK Spvgg. Herten. Der Gastgeber, vor dem Turnier als chancen- und hoffnungsloser Außenseiter gehandelt, lief beim 10. Mitternachtscup richtig heiß.

 Mit drei Siegen stürmten die Hertener durch die Vorrunde und warfen dabei mit 3:1 sogar Oberligist Spvgg. Erkenschwick aus dem Turnier. "Wir haben jetzt schon mehr Punkte gesammelt als in den letzten fünf Jahren zusammen", wunderte sich DJK-Spvgg.-Boss Werner Wisotzki nach der Vorrunde.

 Und es kam im Viertelfinale noch besser: Durch Orhan Demirsays sehenswerten Volleyschuss zum 1:0 gegen den SV Schermbeck verabschiedeten die Grün-Weißen einen weiteren Oberligisten aus dem Turnier.  Erst im Halbfinale riss die Serie - grundsolide Stuckenbuscher beendeten den Hertener Lauf ziemlich humorlos. 3:0 - der Traum der Spielvereinigung war ausgeträumt.

 Vorsitzender Werner Wisotzki nahm es gelassen: "Als gute Gastgeber müssten wir im Finale ohnehin den anderen den Vortritt lassen." Ein guter Gastgeber war die DJK Spvgg. auch beim 10. Mitternachtscup aber auch so.

Quelle: Stimberg-Zeitung

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