niemoeller3Magnus Niemöller schien wie weggetreten, marschierte minutenlang an der Außenlinie mit gesenktem Kopf auf und ab. Knapp 30 Meter weiter saß Stefan Oerterer allein in seiner Spielhälfte auf dem Boden und starrte ins Leere. In der anderen Hälfte feierte Westfalenligist YEG Hassel ausgelassen seinen verdienten 2:0 (0:0/0:0)-Sieg nach Verlängerung in der ersten Runde des Westfalenpokals über die Spvgg. Erkenschwick.

 

„Was soll ich sagen, hat doch jeder gesehen, was los war“, sprudelte es aus Niemöller heraus, als er sich einigermaßen gefangen hatte. Der Trainer selbst hatte einen Auftritt seiner Elf gesehen, der ihm überhaupt nicht schmeckte: „Mir scheint es, als hätten wir uns nicht auf diese Partie eingelassen. Ich muss das mit meinen Spielern noch klären. Wir haben uns heute hier von allem beeindrucken lassen: vom Platz, von den Rahmenbedingungen, von der aggressiven Gangart des Gegners und von dessen Laufstärke.“ Was Niemöller in Summe dann zu dem logischen Schluss kommen ließ: „Hassel hat verdient gewonnen“.

Dem wollte und konnte natürlich auch Hassels Coach Halit Hoyladi nicht widersprechen: „Ich hatte schon vorher ein gutes Gefühl und das hat sich bestätigt. Das war natürlich heute ein Highlight für uns.“ Dass es genau das „Brett“ werden würde, das Niemöller im Vorfeld schon vermutet hatte, merkten die Erkenschwicker bereits nach gefühlten zehn Sekunden.  Hassel spielte wie aufgedreht, gab keinen Ball verloren und hatte durch die von Niemöller schon treffend beschriebenen Tugenden schnell die ersten Chancen.

 Der Oberligist wirkte auf der Gegenseite gehemmt, haderte mit sich, dem Ball und dem Ascheplatz. „Der hatte übrigens rein gar nichts mit unserer Niederlage zu tun. Mit dem mussten beide Mannschaften klarkommen“, wollte der Spvgg.-Coach diese Erklärung noch nicht einmal ansatzweise zulassen.

 Hassel vergab schon im ersten Durchgang gute Möglichkeiten durch Ahmet Inal (6./35.) oder Ali Serhan (36.). Die einzig nennenswerte Aktion der Erkenschwicker war ein Distanzschuss von Philipp Rosenkranz in der 34. Minute, der aber genauso weit drüber ging, wie der Oberligist weg von einem souveränen Auftritt war.  Jeder Spvgg.-Fan, der im zweiten Durchgang auf Besserung hoffte, wurde bitter enttäuscht.

 Es war Stefan Oerterer, der in der 73. Minute den ersten und auch einzigen Erkenschwicker Schuss im zweiten Durchgang aufs Tor brachte, der aber leichte Beute von Keeper Hikmet Öztürk war. Auf der Gegenseite hatte Hassel weiter dicke Chancen, die beste erneut Inal, der in der 62. Minute vollkommen frei nur das Außennetz traf.

 In der Verlängerung tat sich lange nichts, erst im zweiten Durchgang machte Ali Serhan mit einem Doppelschlag kurz vor Schluss alles klar, schoss seine Elf mit dem 2:0 in die nächste Pokal-Runde und ließ Magnus Niemöller völlig ratlos zurück.

Quelle: Stimberg-Zeitung

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