Nachtigall stephan 8Magnus Niemöller kann den nächsten Haken machen. Der erste Derbysieg der Spvgg. Erkenschwick im Badeweiher-Stadion in einem Meisterschaftsspiel wurde am Sonntag unter seiner Regie eingefahren. Allzu viel Gegenwehr hatten die Schwarz-Roten beim 2:0 (1:0) allerdings nicht zu fürchten.

 

   Gäb's im Fußball Noten für eine gute Haltung, der Hülser Spielertrainer Markus Kaya und Erkenschwicks Stephan Nachtigall wären in der Paar-Wertung sicher weit vorne dabei. Foto: Krimpmann

VfB-Spielertrainer Markus Kaya hatte seinen Mannen eine eher defensive Marschroute verordnet. Was angesichts der personellen Möglichkeiten wohl auch nicht verkehrt war. Was aber auch ziemlich tückisch war. Denn diese Marschroute konnte der VfB vor 290 Zuschauern am Ende auch nicht verlassen, als es notwendig geworden war.

 So blieb das Spiel am Ende das, was es war: Eins, an dem aus Sicht der Gäste nur das Ergebnis wichtig war. Mund abputzen und abhaken eben.

Kaya, der sich durchaus zur Überraschung von Magnus Niemöller selbst in die Mannschaft rotiert hatte, hatte nicht zuletzt als Konsequenz des 1:5 gegen RW Ahlen die vorsichtige Variante gewählt: „Heute haben wir nicht das offene Messer gesucht wie gegen Ahlen.“

Aber eben irgendwie alles dafür getan, dass es nicht wirklich spannend wurde. Gerade vier Minuten waren gespielt, als Rechtsverteidiger Marc Koch den flinken Kevin Kokot gewähren ließ. „Kokser“ zog aus 18 Metern ab, traf, und warf alle taktischen Bemühungen der Hülser über den Haufen.

„Wir wollten geduldig spielen und kompakt stehen. Das hat bis zur vierten Minute auch geklappt“, garnierte Kaya seine Spielanalyse mit einer Portion Galgenhumor.

Erkenschwick ließ den VfB nie zum Zuge kommen, war immer den berühmten Tick schneller am Ball. Ein Schuss von Daniel Bertram aus halbrechter Position, der ungefähr einen Meter am Spvgg.-Kasten vorbei rauschte, war in Durchgang eins die beste Hülser Torchance (38.).

 Auf der Gegenseite hätte Stefan Oerterer schon nach acht Minuten alles klar machen können, scheiterte aber frei an VfB-Keeper Marcin Wrzosek, der per Fußabwehr parierte.

Mit der Einwechslung von Marc Schröter, der für den angeschlagenen Robin Klaas kam (37.), wurden die Hülser Bemühungen etwas deutlicher. Aber richtig entschlossen war das alles nicht.

Schröter selbst hatte eine eigentlich richtig gute Gelegenheit in der 52. Minute, doch es dauerte viel zu lange, ehe sich der Angreifer in Schussposition bringen konnte. Am dritten Erkenschwicker Abwehrbein – es war das von Stephan Nachtigall – war dann Endstation. So konnte das nichts werden.

Aber auch auf der anderen Seite war das große Zögern entbrannt. Mehrfach erspielten sich die Gäste im Ansatz gute Gelegenheiten, fast immer zogen sie die falschen Optionen. „Wir hatten viele Räume, aber ich hatte den Eindruck, die Mannschaft wusste mit ihnen gar nichts anzufangen“, monierte Trainer Niemöller.

Der agierte an der Seitenlinie auf hohen Touren, dabei war der Erkenschwicker Erfolg nie in Gefahr. Wofür nicht zuletzt der VfB Hüls selbst sorgte. Torhüter Marcin Wrzosek spielte einen Pass genau auf Deniz Batman, der den Ball nur noch quer auf Stefan Oerterer zu legen brauchte, schon machte „Ö“ mit seinem 23. Saisontreffer das 0:2 perfekt (69.).

„Damit war das Spiel dann gelaufen“, meinte Markus Kaya. Der beorderte zwar noch Innenverteidiger Sebastian Flossbach in den Sturm, wo „Buddy“ in der 80. Minute zu einem ordentlichen Kopfball kam, doch die ganz große Torgefahr schwor auch diese Aktion nicht hervor. Was aber zeigte: Der VfB steckte nie auf und versuchte im Rahmen seiner Möglichkeiten alles. Nur waren diese an diesem Tage eben reichlich eng gesteckt.

Das 2:0 spülte die Spvgg. Erkenschwick in der Tabelle noch einmal hoch, wie Magnus Niemöller fast beiläufig anmerkte: „50 Punkte und Platz drei – das ist klasse.“

von Olaf Krimpmann

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