Er kann's eben doch noch: Martin Setzke wird nach seinem Ausgleichstreffer zum 1:1 gefeiert. Davide Basile ist einer der ersten Gratulanten. Foto: Krimpmann  Die Spvgg. Erkenschwick und ihre Offensive: Auf einen ist in dieser Saison stets Verlass, auch wenn der nicht immer gerade als Trainingsweltmeister durchgeht. Gestern rettete Martin Setzke den „Schwickern“ im Heimspiel gegen TuS Dornberg beim 1:1 (0:1) einen Punkt. Martin Setzke?

Für die, die vielleicht nicht so bewandert sind in der Klubhistorie: Martin Setzke gehörte schon zu der Aufstiegsmannschaft in die Oberliga im Frühjahr 2004. Mittlerweile steht der Stürmer nur noch bei Bedarf bereit. Und Bedarf hatte es gestern auf dem Kunstrasenplatz am Stimberg-Stadion einigen gegeben.

Denn die Partie gegen den Gast aus Bielefeld bei Wind und Kälte war kein Augenschmaus. „Es plätscherte vor sich hin, war lange zäh“, befand Erkenschwicks Trainer Magnus Niemöller. Unter anderem, weil den Gastgebern lange die Mittel fehlten, um sich entscheidend in Schussposition zu bringen.

Munter wurde es ab der 43. Minute: Freistoß Ufuk Basdas, Kopfball Janis Theermann – auf einmal lag der Gast 1:0 vorne. Jetzt endlich ging es rund auf dem Kunstgeläuf, wobei die Aktionen, die zu einer Flut von Gelben Karten führten, meist bemerkenswerter waren als das Spielgeschehen selbst, das auch weiterhin unteren Durchschnitt verkörperte und das im Endeffekt von der Spannung lebte. Spannung, mit der es in der 60. Minute fast vorbei war, als Basdas einen Freistoß an den Außenpfosten des Erkenschwicker Tores setzte.

Erkenschwicks Trainer Magnus Niemöller, der in der 47. Minute die beste Szene seiner Mannen erlebte, einen Schuss von Sebastian Westerhoff aus 14 Metern knapp neben das Tor, reagierte, brachte mit Aaron Vasiliou einen Stoßstürmer und später mit Martin Setzke eine weitere Offensivkraft hinterher. TuS Dornberg wehrte sich mit Macht gegen den drohenden Ausgleich, was nicht schön und mitunter grenzwertig war, lange aber erfolgreich.

So kratzte Janis Theermann ein Zuspiel von Stefan Oerterer auf Philipp Rosenkranz von der Torlinie (72.). „Solch ein Hauruck-Fußball passt eigentlich nicht zu uns“, meinte Dornbergs Trainer Zafer Atmaca, aber irgendwie heiligte der Zweck die Mittel. Bis zur 83. Minute. Eckstoß Westerhoff, Kopfball Vasiliou, und aus kurzer Distanz gab Martin Setzke den Ball mit dem Kopf die entscheidende Richtungsänderung. Den Riecher hat der „Fußball-Rentner“(liebevoller Fan-Spott) nicht verloren.

In der hektischen Schlussphase hatten beide Mannschaften noch die Chance zum Sieg. Erst verwehrte Schiedsrichter Maibaum den Platzherren einen ziemlich klaren Elfmeter (Wieczkowicz gegen Vasiliou; 85.) und ließ Milde walten, als er das unbeherrschte Nachkarten Vasilious nicht ahndete. Schließlich musste Nils Eisen in der 86. Minute in höchster Not gegen Kahil Rihane klären. Ufuk Basdas schlug diesmal den Freistoß aus aussichtsreicher Position in die Abwehrmauer.

„In der ersten Halbzeit ist unser Plan nicht aufgegangen, später sind wir wieder zurück gekommen und haben den Zuschauern ein typisches Erkenschwick-Spiel auf Kunstrasen gezeigt“, konnte Magnus Niemöller am Ende mit dem Remis ebenso leben wie sein Kollege Atmaca, der nur mit dem Pech haderte, das eben immer ausgerechnet die Tabellenkinder trifft: „Aufgrund unserer Tabellenlage hätten wir einen Dreier gebraucht. Aber man muss Realist genug sein: Wenn man die ganzen 90 Minuten sieht, ist das Ergebnis gerecht.“

Von Olaf Krimpmann

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