rosenkranz oerterer bluhmDie Spvgg. Erkenschwick hat die Liga wenigstens ein Stück weit spannend gemacht: Das 2:1 gegen Tabellenführer TSG Sprockhövel hing zwar am Ende am seidenen Faden. Positiver Nebeneffekt aber: Mit diesem Sieg schoben sich auch die Schwarz-Roten in der Tabelle wieder in Sichtweite auf einen Aufstiegsplatz.

 

Der Beifall ist verdient: Stefan Oerterer (Mitte) hat soeben das 2:0 für die Spvgg. Erkenschwick erzielt.  Foto: Olaf Krimpmann

Rund 70 Minuten spielten die Schwarz-Roten ihr Pensum dabei hoch konzentriert ab. „Danach ist es natürlich ärgerlich, wenn man noch ein Haar in der Suppe findet“, meinte Trainer Magnus Niemöller in Anspielung auf die turbulente Schlussphase. Dennoch überwog die Freude über den Sieg. „Der für meine Mannschaft natürlich ein besonderer war“, wie Niemöller freimütig einräumte.

 Damit war die überflüssige Niederlage in Neuenkirchen wenigstens ein Stück weit kompensiert. Dass die „Schwicker“ es genau darauf angelegt hatten, bewiesen sie am Sonntag mit Anpfiff. „Wir haben anfangs keinen Zugriff aufs Spiel gehabt“, befand TSG-Trainer Andrius Balaika.

 Die ersten beiden Chancen der Platzherren waren gleich drin: Erst drosch Daniel Feldkamp in Gerd-Müller-Manier einen fast schon geklärt scheinenden Oerterer-Freistoß zum 1:0 in die Maschen (17.), dann setzte Stefan Oerterer gegen TSG-Keeper Robin Benz nach. Während Letzterer 20 Meter vor dem eigenen Kasten über den Ball trat, schoss Ersterer diesen zum 2:0 ins leere Tor ein (20.).

 Schon nach etwa 30 Minuten aber deutete der Liga-Primus aus Sprockhövel an, dass die Mannschaft willens und in der Lage war, Druck auszuüben. Wirklich brenzlig wurde es zunächst aber nicht, da Erkenschwick lange Zeit gut gegen den Ball arbeitete.

In Überzahl reißt der Faden

 Die Vorentscheidung verpasste Stefan Oerterer dann in der 47. Minute, als der Torjäger den Ball aus zwölf Metern an die Torlatte knallte.

 Als fünf Minuten später Radu Maldea nach Foulspiel an David Sawatzki die Ampelkarte sah (52.), schien der Erkenschwicker Sieg besiegelt. Aber Pustekuchen: Auch in Unterzahl spielte die TSG frech nach vorne.

 Dass es noch einmal brenzlig wurde, war aber zu großen Teilen dem Missgeschick der Schwarz-Roten zu verdanken. In der 80. Minute führte Davide Basile weit vor dem eigenen Tor einen Zweikampf, der unnötig war. Der fällige Freistoß landete auf dem Kopf von Christopher Antwi-Adjej, der aus kurzer Distanz zum 2:1 einnicken durfte – keine Frage, solch ein Ball darf verteidigt werden!

 Was folgte, war abzusehen. Jeder Angriff der TSG zerrte am Erkenschwicker Nervenkostüm. Längst waren die Aktionen der Platzherren nicht mehr so kontrolliert und souverän wie zuvor. „Wir waren durch Stefan Mroß hervorragend auf den Gegner eingestellt“, so Magnus Niemöller, der aber beinahe fatalistisch hinzufügte, woran er und sein „Co“ bei ihrem Matchplan kaum gedacht hatten: „Festzuhalten bleibt: Wir sind keine Überzahl-Mannschaft.“

So brauchte es in der 89. Minute eine Portion Dusel und das lange Bein von Davide Basile, der einen Ball von der Torlinie schlug, ehe der Sieg perfekt war.

Von Olaf Krimpmann

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