krombacher_pokalGeneralprobe geglückt: Mit 4:3 (4:0) setzte sich die Spvgg. Erkenschwick in der ersten Runde des Westfalenpokals beim BV Brambauer durch. Doch ob diese Premiere wirklich geglückt war, das fragten sich am Ende nicht wenige unter den 194 Zahlenden im Glückauf-Stadion.

Westfalenpokal 2010/2011



 
4:0 lag der Neu-NRW-Ligist zur Halbzeit bereits vorne. Eigentlich eine sichere Sache. „Eine abgeklärte Mannschaft bringt das dann nach Hause“, meinte Mikola Makarchuk, gestern wieder nur Zuschauer. Die Spvgg. allerdings tat alles dafür, um es noch mal so richtig spannend zu machen.
Fangen wir mit dem Positiven an: Was der Gast in den ersten 45 Minuten zeigte, war vorzüglicher Angriffsfußball. Brambauer wusste nicht, wo hinten und vorne war und war mit dem 0:4 nach Toren von Schmidt (4.), Oerterer (8.; 13.) und Bockhoff (20.) noch ziemlich gut bedient. BVB-Trainer Dirk Bördeling war es auch. „Zum Korfball“ hätte er seine Jungs lieber geschickt, wie der Coach moserte.
Na, immerhin schien die Halbzeitpredigt Früchte zu tragen. Brambauer entwickelte nach dem Wechsel so etwas wie Selbstvertrauen – und bei den „Schwickern“, die abermals ohne Falkowski, Makarchuk und Simon auskommen mussten, schwand eben jenes mit jeder Minute. Der BVB kam früh zum 2:4 (Nitsche und Boufeljat trafen) und hatte auf einmal auch einen numerischen Vorteil, weil der bereits verwarnte Marvin Schurig in der 51. Minute einmal zu viel in die Beine seines Gegenspielers grätschte, und das noch im eigenen Strafraum. Dafür gab’s Gelb-Rot.
Nach rund einer Stunde beruhigte sich das Spiel zunächst wieder und die klareren Chancen lagen wieder bei den Gästen. Stefan Oerterer vergab in der 66. Minute zu eigensinnig, in der 81. Minute scheiterte Dennis Warncke am klasse reagierenden BVB-Keeper Robin Heuft.
So etwas rächt sich für gewöhnlich – zumal Schiedsrichter Björn Backhaus offenbar richtig Gefallen an der Partie gefunden hatte und schon weit in der Nachspielzeit erst gar keine angezeigt hatte, sondern weiter spielen ließ. Da saß Brambauers Dennis Köse bereits in der Kabine; in der 78. Minute hatte er im Mittelkreis gegen Jan Schmidt zu hart hingelangt und folgerichtig die Rote Karte gesehen.
Brambauer kam noch mal mit dem letzten Mute der Verzweiflung und wurde belohnt, als Nitsche einen ziemlich fragwürdigen Freistoß in der 92. Minute zum 3:4 gefühlvoll in die Maschen setzte. Zwei Minuten später war dann doch Schluss, der NRW-Ligist vom Stimberg hatte den ersten Pflichtspielsieg eingefahren und fährt in der nächsten Runde nach Husen-Kurl.
Unterhaltsam war’s allemal, nicht aber souverän. Aber das ist nun mal der Preis der Jugend. Immerhin: Der 19-Jährige Marcel Müller erfüllte im Tor das in ihn gesetzte Vertrauen, die Gegentore zum Trotz. Mit Müller wird’s als Nummer eins in die Saison gehen, darauf hat sich Trainer Jürgen Wielert nun festgelegt.

Spvgg. Erkenschwick: Müller – Schurig, Schmidt, Brüggenkamp, Talaga – Herold, Warncke, Koch, Batman (78. Kokot) – Oerterer (70. Glembotzki), Bockhoff (64. Drontmann)
Tore: 0:1 Schmidt (4.), 0:2 Oerterer (8.), 0:3 Oerterer (13.), 0:4 Bockhoff (20.), 1:4 Nitsche (51.; Foulelfmeter); 2:4 Boufeljat (55.), 3:4 Nitsche (90. + 2)

von Olaf Krimpmann

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