fortuna_duesseldorfEin 7:2 hört sich happig an, auch wenn’s ein höchst ungleiches Duell war. Hier der ambitionierte Zweitligist Fortuna Düsseldorf, da die gerade in die NRW-Liga aufgestiegene Spvgg. Erkenschwick. Da kann schon mal ein 7:2 bei herauskommen. Muss es aber nicht.



 
Am Ende war es allerdings ein logisches Ergebnis, das beide Mannschaften vor 400 Zuschauern am Stimberg erzielten. Für Fortunen-Trainer Norbert Meier war’s vielleicht ein Muster ohne Wert, verteilten die Schwarz-Roten doch reichlich Geschenke. Für Erkenschwicks Trainer Jürgen Wielert dafür brachte das Spiel sicher weit mehr Aufschlüsse.
„7:2 hört sich hoch an, aber wenn man bedenkt, dass wir fast das 2:1 machen, dann denke ich schon, dass wir heute durchaus einige ansprechende Szenen hatten“, meinte Wielert.
Kurzweilig waren die ersten 45 Minuten in der Tat, in denen sich die beiden jeweils vermeintlich besten Formationen gegenüber standen. Düsseldorf ging früh in Führung (2.), Erkenschwick glich ebenso früh aus. Tobias Bockhoff setzte einen Eckball von Dennis Warncke per Kopf unter die Torlatte (8.).
Der Stürmer wird sich diesen Abend wohl dick im Kalender anstreichen. Kurz vor Halbzeitpfiff eroberte „Bocki“ nämlich den Ball in der Düsseldorfer Hälfte, um ihn ganz ungeschmeidig zum 2:4 ins Tor von Fortunen-Keeper Michael Ratajczak zu hämmern – das war klasse gemacht!
Ein anderer wird diesen Abend allerdings ebenso wenig vergessen: Christian Götz, Erkenschwicks Nummer eins der vergangenen Rückrunde. Es war irgendwie nicht sein Tag gestern, und doch passte es wie die Faust aufs Auge, dass er für das mit Sicherheit kurioseste Tor des Tages gar nicht einmal verantwortlich war.
In der 32. Minute wagte Jan Schmidt ziemlich unbedrängt einen Rückpass casino pa natet auf Götz. Aber was heißt hier eigentlich Pass? Stramm geschossen, schlug der Ball flach lang unten im Tornetz ein – besser hätte diesen Ball kein Stürmer treffen können, wozu Torwarttrainer Manfred Polfuß die alte Fußballerweisheit herauskramte: „Spiele niemals einen Rückpass aufs Tor.“
Fehlen noch fünf weitere Treffer der Gäste. Einer fiel per Foulelfmeter (25.), alle anderen wurden herausgespielt. Allerdings mit immer den gleichen Mitteln: Steilpass in den Strafraum, Querpass oder Abschluss. Ein Stratege wie der verletzt fehlende Kapitän Thomas Falkowski hätte die ein oder andere Situation wohl vorausgeahnt. Ein Torhüter mit mehr Mumm auch.
So aber blieb die mit zunehmender Spielzeit durch die vielen Auswechslungen immer jünger werdende Erkenschwicker Mannschaft, die noch auf fast die komplette ehemalige U19 verzichten musste, ein Spielball des Zweitligisten.
Ach ja, eine bemerkenswerte Szene gab es ja noch: In der 23. Minute „vernaschte“ Stefan Oerterer gleich zwei Verteidiger und kam im 95-Strafraum frei zum Schuss. Nur das Bein von Pim Balkestein bewahrte die Gäste vor dem Rückstand. Fortuna machte da ihrem Namen alle Ehre.

von Olaf Krimpmann

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