opiola lukas5Oberliga-Spiele zwischen Rheine und Erkenschwick bleiben auch im Kalenderjahr 2015 stets ganz besondere. Das kann, das muss nach dem 2:2 (0:1) beider Mannschaften festgehalten werden. Es war auf dem Kunstrasenplatz am Stimberg-Stadion wieder eine Begegnung, die jede Menge Stoff lieferte.

 

Nur für einen war das Resultat fast sogar egal, denn er freute sich, wie dieses noch zustande gekommen war: Erkenschwicks Trainer Magnus Niemöller. „Das war ein positiver Rückfall in alte Zeiten“, strahlte der Übungsleiter.

 Zum besseren Verständnis sei erläutert: Sein Team, das munter begann, wurde in der 17. Minute kalt erwischt, als Rheine mit dem ersten Schuss durch Julius Hölscher gleich in Führung ging.

 Nach der höchst umstrittenen Roten Karte für Lukas Opiola, der seinen Gegenspieler mit Absicht ins Gesicht geschlagen haben soll (etwas anderes rechtfertigt den Platzverweis nach einem ansonsten harmlosen Laufduell nicht) und dem Rheinenser 0:2 in der 71. Minute, wäre normalerweise der Drops gelutscht.

 Nicht aber am Stimberg, wo sich die Platzherren in den letzten 20 Minuten zu einer Energieleistung aufrafften, die den Anhang verzückte und selbst Eintracht-Trainer Uwe Laurenz größten Respekt abnötigte: „Unter dem Strich können wir mit dem Punkt hier gut leben“, pustete der Eintracht-Teamchef durch.

 Dessen Team wurde in Überzahl zeitweilig von einer Verlegenheit in die andere gestürzt. So rächte sich zwangsläufig, dass Rheine bei seinen zahlreichen Kontergelegenheiten den Sack nicht zugemacht hatte. Ehrlicherweise muss man auch sagen, dass das Erkenschwicker Spiel bis zur 70. Minute kein berauschendes war, der Rest dafür mitreißend

 Im Gefühl, nicht noch mehr verlieren zu können (0:2 in Unterzahl und in Rückstand), passierte das, was der Anhang in der letzten Saison so oft gesehen hatte: Auf einmal brannte Erkenschwick ein Feuerwerk ab, stürzte die ansonsten zwischen sattelfest und rustikal pendelnde Rheiner Deckung von einer Verlegenheit in die nächste.

 Erster Nutznießer war Davide Basile, der eine zu kurze Abwehr von Rheines Keeper Alexander Noack aus kurzer Distanz zum 1:2 über die Linie stocherte (79.). Den Innenverteidiger hatte es längst nicht mehr am eigenen Strafraum gehalten.

 Basile war es auch, der vor dem 2:2 entscheidend in Erscheinung trat. Nämlich als er in der 85. Minute in den Rheiner „Sechzehner“ eindrang und Nils Woltering ziemlich ungestüm zu Werke ging. Stefan Oerterer verwandelte den Elfmeter zum 2:2.

 Und noch war genug Zeit, das Spiel komplett zu drehen. So viel Zeit, dass Rheine den Abpfiff herbei sehnte. Beinahe zu spät: Bei der letzten Aktion des Spiels hatte im Strafraum Stefan Oerterer den Ball schon maßgerecht liegen. Doch sein Schuss wurde gerade noch zur Ecke abgewehrt.

 Hätte „Ö“ kurz geschaut, er hätte den sträflich freien Mitspieler Alexander Robers sehen können. Fazit: Nach 94 turbulenten Minuten fehlte ein Querpass über fünf Meter, um das Erkenschwicker Glück an diesem Tag vollends perfekt zu machen…!

Von Olaf Krimpmann

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