logo KreispokalMan tritt den übrigen 81 Vereinen aus dem Fußball-Kreis wohl nicht zu nahe, wenn man feststellt: Spvgg. Erkenschwick gegen TSV Marl-Hüls – das wäre auch ein schickes Kreispokal-Halbfinale gewesen. Oder noch besser: ein würdiges Finale. Doch statt im Frühjahr 2016 treffen die beiden Oberligisten schon am Samstag um 14 Uhr im Stimberg-Stadion aufeinander. Im Viertelfinale.

 

Das wäre vor ein paar Jahren kaum möglich gewesen. Lange wurde der Kreispokal nach einer Setzliste gelost. Was den sogenannten Kleinen missfiel: Sie hätten keine Chance aufs Halbfinale, argumentierten sie.

 Eine Setzliste gibt es nicht mehr. Die Folge: Mit Genclik Spor und Türkiyem Herten spielen am Samstag im Recklinghäuser Süden zwei Kreisligisten ums Halbfinale. Und im Stimberg-Stadion wird ein Oberligist auf der Strecke bleiben. Nach 90 Minuten, nach 120 oder nach einem Elfmeterschießen.

 Die Begeisterung darüber hält sich bei Spvgg. und TSV in Grenzen. „In Wimbledon trifft Novak Djokovic auch nicht im Viertelfinale auf Roger Federer“, moserte der Erkenschwicker Trainer Magnus Niemöller, als die Partie amtlich war. Wie man es auch macht, es ist verkehrt.

 Andererseits: Macht nicht das den Reiz des Pokals aus? Den besonderen Thrill der K.o.-Spiele? Siegen oder fliegen. In anderen Fußballkreisen läuft es ähnlich. Im Hamm etwa trafen die Oberligisten Hammer SpVg. und Westfalia Rhynern schon in Runde zwei aufeinander.

 Schwer auszumachen, wer am Stimberg der Favorit ist. Auf dem Papier sind die Saisonbilanzen beider Mannschaften vergleichbar.

 Der TSV Marl-Hüls hat in Meisterschaft, Kreis- und Verbandspokal 16 Pflichtspiele bestritten. Die Bilanz: 9 Siege, 2 Unentschieden und 5 Niederlagen.

 Die Spvgg. Erkenschwick hat ein Verbandspokal- und ein Punktspiel weniger absolviert. Das Ergebnis: 7 Siege für Schwarz-Rot, 3 Unentschieden und 4 Niederlagen.

 Wichtiger scheint denn auch eine andere Statistik. Dreimal haben Spvgg. und TSV in diesem Kalenderjahr schon gegeneinander gespielt, stets gingen die Hülser als Sieger vom Platz. Das 0:1 beim Cranger-Kirmes-Cup im Sommer war für Schwarz-Rot leicht zu verschmerzen.

 Schmerzlich war dagegen die Niederlage im Kreispokalfinale in der letzten Saison. Der damalige Westfalenligist Marl-Hüls schickte zwei Tage vor dem vorentscheidenden Meisterschaftsspiel um den Aufstieg in die Oberliga gegen Westfalia Wickede eine verstärkte B-Elf aufs Feld. Die Gäste vom Stimberg wirkten darob fast beleidigt, verweigerten den Schlagabtausch und verloren mit 1:2.

 Noch schmerzlicher war das 1:2 im Oberliga-Eröffnungsspiel vor mehr als 1500 Zuschauern im Stimberg-Stadion Mitte August. Wieder war die Spvgg. favorisiert, wieder wurde Schwarz-Rot den hohen Erwartungen nicht gerecht.

 Diese Schmach haben sie am Stimberg längst verarbeitet: Aus den vergangenen vier Oberliga-Partien hat die Spvgg. zehn von zwölf möglichen Punkten geholt. Nur Spitzenreiter TSG Sprockhövel war besser.

Quelle: Stimberg-Zeitung

Spvgg. Erkenschwick - TSV Marl-Hüls, Sa. 14 Uhr, Stimberg-Stadion

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