cranger kirmes cup sieger 2015Die Spvgg. Erkenschwick hat zum vierten Mal den Cranger-Kirmes-Cup gewonnen und seinem Trainer Magnus Niemöller damit einen weiteren Rekord beschert: Nicht nur, dass der Übungsleiter seit dem 1. Juli 2015 der dienstälteste Trainer in der 99-jährigen Vereinsgeschichte ist seit Wiederaufnahme des Spielbetriebs 1945.

 

Am Ende kam doch noch Stimmung auf: Die Spvgg. Erkenschwick stellt sich mit dem „Pott“ dem Fotografen. Foto: Olaf Krimpmann

Niemöller ist auch der einzige Übungsleiter, der den „Pott“ viermal gewann – 2011, 2012, 2013 und eben 2015. So eindeutig wie am Sonntag war es zuvor aber nie: 2:0 schlug der Oberligist den Überraschungsfinalisten SV Wanne 11, und man kann mit einigem Recht behaupten, dass dies eins der langweiligsten Finals in Sodingen in der gesamten Turniergeschichte war.

 Erkenschwick kontrollierte das Geschehen ohne zu glänzen, Wanne 11 wagte sich selbst dann nicht aus seiner sehr defensiven Grundordnung, als der Landesligist nach 40 Minuten durch ein sehenswertes Tor von David Sawatzki 0:1 in Rückstand geriet. Vielleicht wollte Wanne nicht mehr riskieren, vielleicht konnte die Mannschaft nicht – wahrscheinlich spielte alles zusammen eine Rolle, dass binnen 90 weitgehend ereignisarmer Minuten nicht ein ernsthafter Schuss aufs Erkenschwicker Tor ging.

 Nach einer Stunde Spielzeit war es Timo Erdmann, der mit dem 2:0 auch die Pessimisten unter den Spvgg.-Fans eines Besseren belehrte, die bis dahin fürchteten, ein 1:0 könne eine allzu magere Führung sein.

Wieder ist der Kader äußerst knapp

 Doch der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. Wäre Nils Eisen nicht 17 Stunden vor Anpfiff aus dem Urlaub zurückgekehrt, die Schwarz-Roten hätten das Finale mit nur einem Feldspieler auf der Bank bestreiten müssen: Am Samstag meldeten sich Tim Kilian und Stefan Grummel erkrankt ab. Zu allem Überfluss verletzte sich im Finale auch noch Daniel Feldkamp am Knöchel und musste raus.

 Für Wanne 11 reichten die Mittel aber allemal, und Magnus Niemöller hatte zumindest unter einem Aspekt richtigen Spaß am Kirmes-Cup 2015 gefunden: „Ich glaube, wir sind die einzige Mannschaft in der Geschichte, die das Turnier ohne einen einzigen Stürmer gewonnen hat.“

So kontrolliert die Spvgg. das Finale bestritt, so kontrolliert fiel anfangs auch der Jubel aus. Wenigstens Christoph Kasak hatte den Wert des Siegs schnell erkannt: „Buchen wir jetzt Malle?“, flachste der Innenverteidiger mit Blick auf die Siegprämie in Höhe von 3 000 Euro.

„Malle ist sicher“, pflichtete Marcel Müller bei. Der Torhüter war im übrigen ebenfalls an allen vier Erkenschwicker Turniersiegen in Sodingen beteiligt.

 Sturmtief Zeljko hatte zuvor für ein Novum gesorgt: Die für Samstag geplante Endrunde musste buchstäblich abgeblasen werden, an einen Spielbetrieb war in Herne-Sodingen nicht zu denken. Während das Finale schnell auf Sonntag verlegt wurde, fiel das Spiel um Platz drei ersatzlos aus. Sowohl TSV Marl-Hüls als auch der SC Westfalia Herne waren für Sonntag bereits Testspielverpflichtungen eingegangen.

Von Olaf Krimpmann

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