Rudelbildung gegen HerneDie Spvgg. Erkenschwick steht im Endspiel des Cranger-Kirmes-Cups 2015. Dass die Niemöller-Elf beim 2:0 (0:0) über Westfalia Herne am Ende ganz leichtes Spiel hatte, verdankte sie dabei nicht nur der eigenen, konzentrierten Leistung.

 

Im Mittelpunkt des Geschehens: Schiedsrichter Julian Graf, der gerade die zweite Rote Karte gegen Herne gezeigt hat. Es folgt eine Rudelbildung.                       Foto: Olaf Krimpmann

Als Hernes Trainer Holger Wortmann im Vorgespräch auf das Halbfinale von Schadensbegrenzung sprach, die er mit seinem Team gegen Erkenschwick anstrebe, meinte er sicherlich in erster Linie das Resultat. Das fiel mit 0:2 aus Herner Sicht auch nicht ganz so übel aus. Was Wortmann und den Herner Anhang aber so richtig auf die Palme brachte, waren gleich drei(!) Rote Karten gegen Herner Spieler.

 Als Erstes traf es Christian Knappmann in der 25. Minute. „Hurensohn“, so soll es im Schiedsrichterbericht stehen, soll der Ex-Profi gesagt haben. Ob Gegenspieler Christoph Kasak oder dre Referee selbst der Adressat war, blieb im Dunkeln.

 Weitaus strittiger war Platzverweis Nummer zwei: Nach einem harten Einsteigen von der Seite gegen Daniel Feldkamp zückte Schiedsrichter Julian Graf das zweite Mal den roten Karton, es traf Fatlum Zaskoku, den Übeltäter (54.).

 Im Anschluss überschlugen sich die Ereignisse: Die Fortführung des Spiels stand zuweilen arg auf der Kippe, weil mehrere Herner Spieler demonstrativ das Spielfeld verlassen wollten. Erst kam es zu einer Rudelbildung, in Folge dessen auch Bankspieler Fatmir Ferati Rot sah.

 Dann musste Holger Wortmann in einer Ansprache auf dem Platz seine Mannen beruhigen, obwohl der Trainer selbst arg mitgenommen wirkte. Irgendwie berappelten sich die Herner dann wieder, doch in klarer Unterzahl war es nur eine Frage der Zeit, wann Erkenschwick treffen würde. Philipp Rosenkranz per Fernschuss aus 20 Metern (58.) und Arda Nebi per Konter (89.) tüteten den Sieg ein.

 Einer, der zwar von den Tumultartigen Szenen um das Schiedsrichtergespann überschattet wurde. Der aber auch einen wichtigen Fingerzeig für Magnus Niemöller brachte. Der Trainer: „Das war eine sehr konzentrierte Leistung von uns, und zwar auch schon als wir noch in Gleichzahl gespielt haben.“

von Olaf Krimpmann

  • Spvgg. Erkenschwick: Oberwahrenbrock – Sawatzki (74. Pappas), Forsmann, Kasak, Kokot – Feldkamp – Kilian, Grummel, Rosenkranz, Nebi (90. Acapinar) – Batman (79. Erdmann)  
  • Tore: 0:1 Rosenkranz (58.), 0:2 Nebi (89.)  
  • Schiedsrichter: Julian Graf (Herne)  
  • Zuschauer: 350  
  • Bes. Vork.: 25. Min. Rot für Knappmann (Herne) wegen Beleidigung; 54. Min. Rot für Zaskoku (Herne) wegen groben Foulspiels; 54. Min. Rot für Ferati (Herne) wegen Schiedsrichter-Beleidigung bzw Bedrohung.
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