oberliga westfalenAls Oberliga-Staffelleiter ist Reinhold Spohn zwar zu strikter Neutralität verpflichtet, als Herner Bürger und Fußballfunktionär dem Revier aber gewiss zugetan. Denn diese Ansetzung lag einfach auf der Hand: Mit dem Traditionsderby zwischen der Spvgg. Erkenschwick und dem TSV Marl-Hüls wird am Freitagabend die Saison in der Oberliga Westfalen offiziell eröffnet.

 

Fußballfunktionär Spohn dürfte vielen Freunden des Ballsports also einen riesigen Gefallen getan haben. Aus heimischer Sicht geht mehr nicht: Die beiden besten Vest-Mannschaften treffen in der höchsten westfälischen Amateurklasse im direkten Duell aufeinander.

 Der konkurrenzlose Termin dürfte auch etliche neutrale Zuschauer locken, die auf einen spannenden Fight hoffen: Hier der mittlerweile etablierte (und erfolgreiche) Oberligist vom Stimberg, dort der freche und potente Aufsteiger.

Schrank: "Wir sind garantiert kein Favorit"

 TSV-Übungsleiter Michael Schrank hat zuletzt keine Gelegenheit ausgelassen, Erkenschwick zum Favoriten zu erklären. Und dann das: Ein Fußball-Blatt ernennt den TSV vor dem Start mal eben zum ersten Aufstiegsanwärter – und sieht die Spvgg. allenfalls im Verfolgerfeld.

 Die erste Reaktion des Fußball-Lehrers aus Marl: „Kein Kommentar!“ Und dann sagt er doch: „Unfassbar!“ Dabei verhehlt der 49-Jährige gar nicht: Wenn der TSV alles, was Rang und Namen hat, auf den Platz bekommt, hat der Aufsteiger große Qualität.

„Aber bei Ausfällen werden wir auf Nachwuchsspieler setzen. Die brauchen noch ein, zwei Jahre Zeit, um sich zu entwickeln. Erkenschwick oder Lippstadt sind da viel weiter. Deshalb sind wir garantiert kein Favorit.“ Im Derby nicht – und für die Saison schon gar nicht.

 Schranks Problem am Freitag: Mit Dario Gedenk (Gehirnerschütterung) und Torsten Stondzik (Jochbeinbruch) fallen zwei Kicker mit Start-Potenzial aus. „Wir wollen trotzdem gewinnen und wissen auch, wie es klappen könnte“, sagt Schrank. „Aber was bringt es, darüber zu reden? An der Taktiktafel gewinne ich sowieso jedes Spiel.“

Die Mannschaft müsse den Plan auf den Platz umsetzen. Schrank: „Das Wichtigste ist, dass wir gegen die sicher sehr aggressive Spielweise der Erkenschwicker dagegenhalten und trotzdem einen kühlen Kopf behalten. Damit wir auch die richtigen Entscheidungen treffen.“

Auf einen kühlen Kopf seiner Mannen hofft auch Magnus Niemöller. Zuletzt hätte das anders ausgesehen: „Nach dem Pokal-Aus in Hassel ist die Mannschaft auf 180 und richtig sauer.“ Nicht auf Gegner oder Platz. „Nur auf sich selbst“, wie der Erkenschwicker Trainer betont.

Niemöller: "Ein Spiel mit besonderer Dynamik"

 Und jetzt das Eröffnungsspiel! Schwerer hätte es kaum kommen können, so Niemöller: „Ungeachtet vom Namen TSV, entwickeln Spiele gegen Aufsteiger zu Saisonbeginn immer eine besondere Dynamik.“ Selten zugunsten des vermeintlichen Favoriten, wie Niemöller anfügt.

 Aber ist sein Team Freitag der Favorit? Kaum, sagt der Trainer: „Der TSV ist ein Aufsteiger wie zuletzt Rödinghausen, routiniert und spielstark. Für mich ist das ein völlig offenes Spiel.“ Eins für das der Trainer verspricht: „Natürlich werden wir Mittel und Wege finden müssen, dem TSV das Spiel zu erschweren.“

Andersherum gilt: Wer so lange konstant in der Oberliga vorne mitspielt wie die Spvgg., hat Qualität. Nur wer’s gegen den TSV richten soll, ist völlig offen. Die Aufstellung für Freitagabend, versichert Niemöller, der auf Janos Bluhm und Mirko Eisen verzichten muss, stehe noch lange nicht fest: „Das wird eine Bauchentscheidung.“

Info: Spvgg. Erkenschwick - TSV Marl-Hüls; Freitag, 18.30 Uhr Stimberg-Stadion Oer-Erkenschwick.

 Vor Anpfiff wird der westfälische Fußballverband offiziell die Spielzeit eröffnen.

 Der Eintritt ins Stimberg-Stadion beträgt acht Euro für Vollzahler auf allen Plätzen und sechs Euro ermäßigt.

 Zuschauer des TSV werden gebeten, durch den gesonderten Eingang an der Hauptkasse ins Stadion zu gelangen.

Quelle: Stimberg-Zeitung

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