Sammerl julian3Rückblick: Sonntag, 24. September 2014, gegen 15.23 Uhr im Stimberg-Stadion. Spvgg. Erkenschwicks Julian Sammerl hat den Ball am Fuß und das Herner Tor vor Augen, als der Angreifer kurz vor der Strafraumgrenze zu Fall gebracht wird. Hernes Kevin Brewko bringt seine Notbremse die Rote Karte ein, Sammerl wird um die Riesenchance auf sein erstes Oberliga-Tor gebracht.

 

Will spätestens in der neuen Saison am Stimberg durchstarten: Julian Sammerl (rechts). Foto: Olaf Krimpmann

Herne erkämpft sich in Unterzahl, auch dank eines starken Michael Strzys im Tor, danach ein 0:0. Vor dem Rückspiel am Sonntag im Stadion Strünkede hat sich seitdem viel getan: Die Westfalia hat sich runderneuert, schöpft nach zwei Siegen in Serie Hoffnung im Abstiegskampf. „Übeltäter“ Brewko hat’s zu Mengede 08/20 gezogen, nur Julian Sammerl wartet noch immer auf sein erstes Oberliga-Tor.

 Einsatzzeiten waren für den 20-Jährigen danach rar gesät, nicht zuletzt eine Handverletzung warf „Jule“ zurück. Trotzdem steht der Olfener am Stimberg vor der Verlängerung. Weil der Verein es so will und weil der Spieler es will: „Keiner sitzt gerne auf der Bank, aber ich wusste, dass die Oberliga ein großer Sprung für mich ist.“ Vor allem physisch habe er zulegen müssen, so Sammerl: „Mit der Erfahrung aus dieser Saison hoffe ich, dass ich mich spätestens in der nächsten aufdrängen kann.“

Niemöller: Dürfen nicht überdrehen

 Eine Einstellung, die Trainer Magnus Niemöller zweifellos gefällt. Der Übungsleiter weiß: Auch wenn viele seiner Spieler aktuell im besten Fußballer-Alter sind (Philipp Rosenkranz wurde diese Woche 28 Jahre jung), muss Vorsorge für einen Umbruch getroffen werden. Ein Umbruch, für den dann Julian Sammerl stehen kann.

 Aktuell beschäftigt den Trainer aber mehr das Derby am Sonntag in Herne. „Wir sollten demütig dorthin fahren“, so Niemöller. „Herne hat zuletzt ein paar Rettungsanker geworfen. Die Mannschaft ist viel besser organisiert als noch in der Hinrunde.“ Und selbst dort hatten sich die Schwarz-Roten schwergetan, waren in Überzahl nicht über ein 0:0 hinausgekommen. Gleichwohl weiß der Übungsleiter auch um die Emotionen, die stets in diesem traditionsgeladenen Duell stecken.

 Die findet der Trainer im Grundsatz zwar gut. Dennoch warnt der 41-Jährige eindringlich: „Wir dürfen jetzt nur nicht überdrehen.“

Personell hat Niemöller die Qual der Wahl, bis auf den unverändert fehlenden Christopher Weißfloh fehlt nur Lukas Opiola, der nach seinem Platzverweis vom vergangenen Sonntag für drei Spiele gesperrt worden ist.

 Dass vor allem diejenigen im Team, die auch schon das Herner Trikot trugen, auf einen Einsatz brennen, liegt auf der Hand. Für sie ist es das Spiel der Spiele in der Saison.

 Das trifft sogar auf einen Jungspund wie Julian Sammerl zu. Der 20-Jährige, der im Hinspiel um die Chance zum Derbyhelden gebracht worden war, verspricht: „Wir werden alles tun, um das große Derby zu gewinnen.“

Und das sagt einer, der drei Jahre bei Preußen Münster ausgebildet wurde, der aber schon nach einem dreiviertel Jahr am Stimberg heimisch geworden ist.

von Olaf Krimpmann

 INFO Westfalia Herne - Spvgg. Erkenschwick; So., 15 Uhr Stadion Strünkede

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