Ganz Nottuln war für zwei Stunden fest in Erkenschwicker Hand: In den Vereinsfarben Schwarz und Rot getaucht war am Sonntag das Baumberge-Stadion, in dem Westfalenligist Spvgg. zumindest stimmungsvoll den Saisonabschluss feierte.


 

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Rein ergebnistechnisch ist der mit dem 2:1-Sieg ebenso geglückt. Über alles weitere, was über 90 Minuten auf dem Kunstrasenplatz im Baumberge-Stadion lief, sollte man besser den Mantel des Schweigens legen. Es lohnt nicht drüber zu schreiben.

"Wir haben uns unsere Kraft für die Nichtabstiegspartie heute Abend aufgespart", meinte Dennis Warncke kurz und knapp. Die Mannschaft war mit dem Fanclub der "Supporters" ins Münsterland gereist, und sie spielte zeitweilig auch so, als hätte sie das erste Pils schon vor dem Anpfiff intus gehabt.

Böse war der Truppe am Ende niemand. Der Klassenerhalt war seit sechs Tagen unter Dach und Fach, die ganze Saison hatte viel Kraft gekostet, das war gestern mit jedem einzelnen Schritt auf dem Feld zu sehen.

Als einer der Väter des Erfolgs darf sich dabei Dennis Warncke freuen. Der Linksfuß spielte eine überragende Rückserie, leitete mit vielen scharfen Flanken etliche Tore ein oder traf selbst. Erst am letzten Montag gegen Neuenkirchen war der 23-Jährige der Matchwinner, indem er drei der fünf Tore vorbereitete.

Die gute Nachricht ist dabei: "Ich habe schon für die neue Saison zugesagt", sagte Dennis Warncke gestern: "Und ich bin froh, dass ich bleibe. Das, was du hier erlebst, erlebst du in keinem Verein hier im Kreis."

Vor der letzten Spielzeit war solch ein klares Bekenntnis noch lange ausgeblieben. Erst auf dem letzten Drücker entschied sich der Dattelner zum Verbleib, was auch dank der Mithilfe der Supporters gelang. Zweifel, ob es mit dem Klassenerhalt klappen würde, hatte auch Dennis Warncke zwischenzeitlich gehabt. Ein Grund: Die stete Unruhe. "Es lief einfach nicht, und dann hatten wir einen 30-Mann-Kader, in dem natürlich jeder, der nicht spielte, Ansprüche anmeldete."

Genau das Gegenteil sei in der Rückserie zu beobachten gewesen, vor der etliche Spieler gingen. Selbst Rückschläge habe die Mannschaft gut weggesteckt, "weil wir an uns geglaubt haben". Warnckes Initialerlebnis: Der 2:1-Heimsieg über Eintracht Rheine. "Danach wussten wir, dass wir mit Ausnahme von Wiedenbrück gegen jede Mannschaft der Liga eine reelle Chance hatten."

Was Warncke auch gelernt hat: Wie am Stimberg gefeiert wird. Am Pfingstmontag die Spontanparty in der Kabine, am Freitag ein Essen mit dem Vorstand und gestern endlich die Fete mit den Fans im Vereinsheim. Verdient hatten sie's sich allemal (die Leistung von Nottuln vergessen wir hier ganz einfach mal).

Von Olaf Krimpmann
07.06.2009 | Quelle: Medienhaus Bauer 
 

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