glembotzkiKeine 24 Stunden nach dem 4:3-Sieg von Herbede hatte selbst Trainer Jürgen Wielert Mühe, seine Euphorie im Zaum zu halten. Von einer fußballerischen Demonstration sprach der Übungsleiter, von einer Bombenmoral.

SC Hassel - Spvgg. Erkenschwick (Sonntag, 15 Uhr  Stadion am Lüttinghoff)


Allzeit bereit: Alexander Glembotzki (Bild) hat das in ihn gesetzte Vertrauen nicht enttäuscht. »Glembo« trug maßgeblich zum Erkenschwicker 4:3-Erfolg in Herbede bei. Foto: Krimpmann 
 
Wielert wusste gar nicht, wo er aufhören sollte. Etwa bei den drei Treffern, die Goalgetter Stefan Oerterer, mittlerweile 27-facher Torschütze, erzielte? Oder beim Siegtreffer durch Tobias Bockhoff („Solch ein Tor baut den Jungen auf)?
Am Ende war es eine Szene am Rande, die Wielert am meisten Freude bereitete. Weil sie zeigte, welche Moral in der Truppe steckt. „Da kommt der Alexander Glembotzki auf mich zu und sagt: Trainer, bring’ mich.“ Wohlgemerkt: „Glembo“ ist gerade 19 Jahre jung und in dieser Saison von Verletzungspech verfolgt. Und auch der Stürmer trug seinen Teil zu einer furiosen Aufholjagd bei, die den „Schwickern“ auf dem Kunstrasenplatz in Herbede gelang. Die vielen Patzer im Abwehrverbund, die erstmals in dieser Spielzeit zu drei Gegentoren führten, waren da längst vergessen. „Aus diesem Spiel“, da ist sich Jürgen Wielert sicher, „können alle noch einmal viel holen.“
Das wird auch nötig sein. Am Sonntag wartet mit dem SC Hassel die nächste Aufgabe auf den Spitzenreiter. Eine unangenehme, wieder einmal – wobei es nicht nur der Gegner ist, der den Erkenschwicker Trainer Sorge bereitet. „Wie man hört, soll der Rasenplatz am Lüttinghof in einem katastrophalen Zustand sein.“ Was für eine spielstarke Truppe wie Erkenschwick sicher kein Vorteil sein dürfte.
Dem entsprechend erwartet Wielert auch ein völlig anderes Spiel als am Donnerstag. „Vielleicht sollten wir uns mal hinten reinstellen und den Gegner kommen lassen“, sinniert der Trainer – wohl wissend, dass seiner Mannschaft das kaum liegen dürfte.
Hassel hat seit dem Trainerwechsel zu Christoph Schlebach eine wundersame Wandlung vollzogen und besitzt im Abstiegskampf von den gefährdeten Mannschaften mittlerweile die besten Karten. „Durch“ ist der SCH aber noch lange nicht, und wenn man so will, könnte die Spvgg. am Sonntag auch etwas für den Nachbarn Teutonia SuS Waltrop tun, der von einer Hasseler Niederlage profitieren könnte.
Nicht zupass kommt dem Trainer dabei, dass mit Timo Ostdorf für Sonntag ein Kämpfer par excellence ausfallen wird. In Herbede musste „Ossi“ noch vor der Pause mit Verdacht auf Oberschenkelzerrung raus. Auch Arek Grads Einsatz ist fraglich. Am Donnerstag ging der Mittelfeldspieler mit muskulären Problemen vorzeitig aus dem Spiel. Es scheint, als sollten die englischen Wochen langsam ihren Tribut zollen.
Für Jürgen Wielert aber kein Grund, Trübsal zu blasen. Er weiß: Auf seine Jungs ist Verlass. Spätestens, wenn am Sonntag der nächste Akteur neben ihm an der Seitenlinie stehen und sagen wird: „Trainer, bring’ mich.“

von Olaf Krimpmann

 

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