jubilinerndtebrueckDas waren Zeiten. Vor ein paar Jahren flogen vor dem Derby regelmäßig ein paar Giftpfeile zwischen Stimberg und Badeweiher hin und her. Da amüsierten sich etwa die Hülser über die große Tradition und die klamme Kasse des Nachbarn. Und die Erkenschwicker stänkerten gegen den „Reagenzglas-Klub“ vom Chemiepark. Doch vor dem ersten NRW-Liga-Duell zwischen VfB und Spvgg. an diesem Sonntag (15 Uhr, Stadion am Badeweiher) geht es friedlich wie nie zu.



 
Selbst die personifizierte Abteilung Attacke des VfB Hüls, Horst Darmstädter, mag die Stimmung vor dem Anpfiff nicht mit einem flotten Spruch anwärmen. „Warum auch?“, fragt der Abteilungsleiter. „Der Draht zwischen beiden Vereinen ist inzwischen doch ganz gut.“ Vorbei die Zeit der Animositäten. Die Auflagen für das Vest-Derby sind folgerichtig auch nicht so streng, wie bei einem offiziellen NRW-Liga-Sicherheitsspiel. Alle Fußball-Freunde in Schwarz-Rot sollen sich im Badeweiher-Stadion frei bewegen können und werden nicht, wie es der Verband gern sieht, in den Käfig für Gäste-Fans gesperrt.
Geht es noch freundlicher? Vielleicht. „Wir könnten uns am Sonntag mit Wattebäuschen bewerfen“, scherzt Erkenschwicks Trainer Jürgen Wielert und meint: Im Fußball gehe man inzwischen eben stilvoller miteinander um. Olaf Thon, der Hülser Trainer, sieht das ähnlich: „Von den alten Geschichten habe ich zwar auch gehört. Ich habe aber nichts dagegen, dass man jetzt vernünftig miteinander umgeht.“
Was ja nicht gegen einen packendes Fußball-Spiel sprechen muss: Die Zuschauer, die am Badeweiher ein rassiges Derby sehen wollen, bräuchten sich keine Sorgen zu machen, sagt Jürgen Wielert: „Ich werde meine Spieler schon heiß machen. Und für Olaf Thon gilt ganz sicher dasselbe.“
Beide Trainer haben vor dem Anpfiff die Qual der Wahl. „Erfreulicherweise sind alle fit. Auch André Simon ist wieder im Kader“, sagt Spvgg.-Trainer Wielert. „Aber es wäre wohl zu früh, ihn von Anfang zu bringen.“ Im weiteren Spielverlauf sei der Neuzugang vom FC 96 aber als kreative Kraft eine willkommene Alternative.
Bei Olaf Thon haben sich unter der Woche gleich zwei Kicker zurückgemeldet, die auf ihren Einsatz im Derby drängeln: Torsten Stondzik und Kapitän Engin Yavuzaslan. „Ich warte erst mal ab, wie beide auf das Abschlusstraining reagieren. Wenn sie das ohne Probleme überstehen, sind sie zumindest im Kader“, sagt der VfB-Trainer.
Aber: Ob beide auch in der Start-Elf stehen? Dazu müsste Olaf Thon seine erfolgreiche Mannschaft aus Aachen umbauen. Ein Luxusproblem, das der 44-Jährige gern akzeptiert: „Für einen Trainer gibt es doch nichts Schöneres, als aus dem Vollen zu schöpfen.“

INFO VfB Hüls - Spvgg. Erkenschwick, Sonntag 15 Uhr, Stadion am Badeweiher

Von Thomas Braucks

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