logo_NRW-ligaMan kann nicht sagen, dass der Amateurfußball auf Rosen gebettet wäre. Zahlreiche Vereinspleiten in den Regionalligen, sinkende Zuschauerzahlen, der Unmut über unattraktive Zweitmannschaften der Profivereine – die Liste der Ärgernisse ist lang. Aber was tun? Hier Auszüge vom NRW-Liga-Staffeltag am Dienstag in Duisburg.


 
TV-Gelder:
Als die NRW-Liga vor zwei Jahren eingeführt wurde, sollte sie als Sprungbrett für den Profifußball dienen. Eine Vermarktung sei in jedem Falle möglich, hieß es. Davon ist in diesen Tagen nicht die Rede. Selbst den Zuschuss, den die Regionalligisten in dieser Saison letztmalig erhalten (97 000 Euro), wird es nach Auslaufen der Fernsehverträge am Saisonende nicht mehr geben. „Es ist nicht möglich, diese Liga ins Fernsehen zu bringen“, sagt WFLV-Präsident Hermann Korfmacher.
Zweitmannschaften
Mittlerweile hat sich eine Interessengemeinschaft von Traditionsvereinen gebildet, die sich für eine Ausgliederung der Zweitmannschaften aus dem Spielbetrieb ausspricht. Der DFB hat die Zeichen der Zeit offenbar erkannt. Hermann Korfmacher, zugleich Vizepräsident Amateure im DFB, wird am Montag in dieser Angelegenheit tätig werden und Grundsatzgespräche mit den Vertretern beider Lager führen. Noch zum DFB-Bundestag im Oktober will er einen Lösungsvorschlag einreichen. Das weit reichendste Szenario: Die Auflösung der vier Regionalligen in ihrer bisherigen Form und die Bildung von bis zu acht Viertliga-Staffeln unter Obhut der Regionalverbände. Die Zweitmannschaften würden dann auch über Landesgrenzen hinweg verteilt, sodass in jeder Staffel maximal vier Nachwuchsteams von Bundesligisten eingruppiert wären. Ob damit auch die NRW-Liga in ihrer heutigen Form schon wieder überholt wäre, ließ Korfmacher zwar offen. Einiges aber spräche in diesem Falle dafür.
Statistik
Im zweiten Jahr ihres Bestehens waren die Zahl der Feldverweise und Spruchkammerverfahren in der NRW-Liga leicht rückläufig. Allerdings auch die Zahl der Zuschauer, die von 169 678 in der Spielzeit 08/09 auf 147 860 in 09/10 sank. Als ein Grund sah Staffelleiter Rolf Thiel die immens hohe Zahl witterungsbedingter Spielausfälle an (72). Die meisten Zuschauer vermeldeten die Sportfreunde Siegen mit 3 010 im Schnitt, die wenigsten MSV Duisburg II mit 149.
Mit Zwangsabsteiger Rot-Weiß Essen erwartet Thiel aber wieder steigende Zuschauerzahlen. In der vergangenen Regionalliga-Saison reisten im Schnitt 2 800 Fans zu Auswärtsspielen von RWE, darunter auch etliche gewaltbereite Problemfans.
Thiel: „Auch wenn es in dieser Spielzeit nur noch halb so viele oder sogar noch etwas weniger sein werden, stellt dieses Aufkommen für viele Vereine in der Liga ein großes Problem dar. Seien Sie also vorbereitet.“

von Olaf Krimpmann

 

Zum Seitenanfang