forsmann tim6Die nackten Tatsachen lasen sich gut: Sieben Tore fielen im Testspiel zwischen der Spvgg. Erkenschwick und dem mit einer Mischung aus erster Mannschaft und U19 angetretenen Niederrheinligisten Wuppertaler SV (3:4), zweimal knallte das Leder ans Gebälk.

 

Dazu zückte Schiedsrichter André Reinike siebenmal den gelben Karton – was für ein Testspiel zweifelsfrei eine bemerkenswerte Zahl ist. Dass Erkenschwicks Trainer Magnus Niemöller dennoch angesäuert den Kunstrasenplatz verließ, hatte Gründe. „Das war ein munteres, unterhaltsames Spiel“, befand der Übungsleiter. Das nur einen Haken hatte: „Wir hauen uns die Dinger selber rein.“

Vier Gegentreffer gegen eine quirlige, motivierte Wuppertaler Mannschaft waren nicht nur Niemöller zu viel des Guten. Damit rückten dann auch die bemerkenswerten drei Treffer in den Hintergrund, die Stefan Oerterer gelangen.

 Als wenig sattelfest erwies sich dabei die Erkenschwicker Defensive. Davon ließ sich auch Keeper Marcel Müller anstecken, der vor dem 0:1 (34.) dem Gegner den Ball in die Füße spielte. Nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Davide Basile hatte zuvor mit Christoph Kasak ein weiterer Innenverteidiger passen müssen, Kasak musste nach 29 Minuten verletzt raus.

 Aber es war nicht allein die Innenverteidigung, die den Gegner zum Toreschießen einlud. Beim 1:2 etwa, das Wuppertals Juil Kim nach einem Eckball per Kopf erzielte, gab es überhaupt keine Zuordnung. Ein Manko, das bis Rückrundenstart beim TSV Marl-Hüls am 14. Februar aufgearbeitet werden sollte.

 Das Positive aus Erkenschwicker Sicht: Wenigstens Stefan Oerterer hatte geniale Momente. Das 2:3 erzielte „Ö“ direkt vom Anstoßpunkt aus – Wuppertals Keeper Florian Schneider, ebenfalls keine Ausgeburt an Sicherheit – hatte zu weit vor seinem Kasten gestanden (57.). Beim 3:3 ließ sich der Schlussmann mit einem Freistoßtor ins kurze Ecke überraschen (80.), wobei sowohl das Auge wie auch die Ausführung des Balls sehenswert waren.

 Zum 1:1 hatte „Ö“ zuvor vom Elfmeterpunkt getroffen, nachdem Tim Kilian gefoult worden war (37.).  Dass die Platzherren das Spiel verloren, lag in der allzu laschen Herangehensweise in der eigenen Hälfte. In der 56. Minute standen Mittelfeld und Verteidiger ebenso Spalier, als Julian Kray zum 1:3 traf, wie auch beim 3:4, das Kray mit der letzten Aktion erzielte.

 Schiedsrichter André Reinike pfiff danach nicht mehr an, was auch gut war. Sieben Verwarnungen hatte der Unparteiische ausgesprochen, eine davon erhielt Lukas Opiola in der Pause wegen Reklamierens. Auch das eine Seltenheit in einem Testspiel.

Zum Seitenanfang