enn Männer sich lieb haben: Christopher Ditterle und Philipp Rosenkranz feiern den 2:1.Sieg. Foto: Krimpmann Ob’s alleine am guten Schlaf von Deniz Batman lag, dass Oberligist Spvgg. Erkenschwick den Muttertag im Lohrheide-Stadion zum umjubelten schwarz-roten „Schwickertag“ umfunktionierte? Der derzeit verletzte Mittelfeldspieler hatte den 2:1-Derbysieg bei der SG Wattenscheid 09 nämlich ganz einfach vorhergesehen.


„Weil ich in der Nacht zuvor so gut geschlafen hatte“, wie Batman allen Ernstes versicherte. Nun wünscht wohl jeder im Erkenschwicker Lager in Zukunft Deniz Batman noch jede Menge ruhiger Nächte voller seliger Träume.

Denn dass Erkenschwick in einem begeisternden Spitzenspiel am Ende vielleicht ein wenig glücklich, dennoch aber nicht unverdient siegen sollte, war im Vorfeld so nicht abzusehen gewesen.

Zu „platt“ schienen die von den englischen Wochen gebeutelten „Schwicker“ zuletzt, als dass sie in der Lohrheide etwas hätten holen können. Aber irgendwie ging es den Platzherren vor 712 Zuschauern nicht anders. „Auch wir hatten eine hohe Belastung zuletzt und waren mental daher nicht immer voll auf der Höhe“, räumte SG09-Trainer André Pawlak ein.

Was eine Mannschaft gegen die Spvgg. Erkenschwick in der Saison 2012/2013 aber tunlichst sein sollte. Denn in Sachen Effektivität macht der Spvgg. aktuell immer noch keiner etwas vor. Der erste Torschuss in Wattenscheid in der 13. Minute – drin. Einwurf Sawatzki, Zuspiel Westerhoff, schon stand Stefan Oerterer frei vor Keeper Benjamin Carpentier und netzte ein.

Bollwerk hält bis zur 54. Minute

Es folgte das Unvermeidliche: Wattenscheid rannte an wie ein Stier, drückte die Gäste weit in die eigene Hälfte zurück, bei denen zunächst Innenverteidiger Davide Basile verletzt ausfiel und kurz darauf auch Timo Ostdorf dicht vor der Gelb-Roten Karte stand. Aber das Bollwerk hielt – bis zur 54. Minute. Da setzte Kevin Lehmann zu einem Solo an, verlud drei Gegenspieler nebst Keeper Ditterle, der auf dem falschen Fuß stehend mitansehen musste, wie der Ball vom Innenpfosten zum 1:1 im Tor einschlug.

Wer nun dachte, das sei der Wendepunkt für Wattenscheid gewesen, wurde eines Besseren belehrt – Erkenschwicks Trainer Magnus Niemöller eingeschlossen, der offenbar auch am 30. Spieltag von seinen Mannen immer noch überrascht werden kann. „Nach dem Ausgleich wurden plötzlich wir agiler“, staunte der Übungsleiter.

Mit dem nun einsetzenden Regen in Wattenscheid wurde das heiße, jederzeit spannende Spiel zwar nicht technisch besser, aber noch intensiver. Chancen gab es plötzlich hüben wie drüben etliche. Die klareren für die Gäste, bei denen Rosenkranz an der Torlatte (55.) und Oerterer aus spitzem Winkel an Keeper Carpentier scheiterten (65.).

Wattenscheid blieb immer gefährlich bei Standards, doch Christopher Ditterle im Erkenschwicker Kasten stellte sich auf die Freistöße und Eckbälle mit der Spieldauer ebenfalls immer besser ein.

Ditterle verdient sich einen Scorer-Punkt

In der 89. Minute verdiente sich der Keeper dann auch den Scorer-Punkt, als er einen Schuss von Kai Koitka sicher meisterte und den Ball sofort auf Stefan Oerterer schlug, welcher im Strafraum schnell schaltete und den mitgelaufenen Sebastian Westerhoff bediente – schon stand es 2:1 für die „Schwicker“ (89.), die den Sieg am Ende auch sicher über die Nachspielzeit retteten.

Womit es dabei bleibt: Erkenschwick kann Derby. Und Spitzenspiel dazu. Doch selten war ein Sieg so umjubelt wie der gestrige. Das letzte Mal war’s wohl im vergangenen Herbst – beim höchsten Erkenschwicker Saisonerfolg einem 5:0. Gegner damals: Die SG Wattenscheid 09.

Und Deniz Batman? Der dürfte in der Nacht auf Montag wohl mal wieder gut geschlafen haben. Oder etwa nicht? Auflösung folgt…

SG Wattenscheid 09 -
Spvgg. Erkenschwick 1:2

 Wattenscheid: Carpentier - Melchner, Rathmann, Enzmann (57. Buckmaier), Andersen, Lenz (46. Koitka), Lehmann, Ersoy, Zajas, Trisic, Grembowietz

Erkenschwick: Ditterle - Ostdorf, Basile (33. Kokot), Eisen, Sawatzki, Weißfloh, Menne, Rosenkranz, Oerterer, Westerhoff, Vasiliou

Tore: 0:1 Stefan Oerterer (13.), 1:1Kevin Lehmann (54.), 1:2 Sebastian Westerhoff (89.)

Schiedsrichter: Florian Visse (Recke)

Zuschauer: 712

von Olaf Krimpmann

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