SpvggI_SchurigDie Szene, die sich am Sonntagnachmittag an der Außenlinie vor dem Erkenschwicker Tor abspielt, lässt allen am Kunstrasenplatz am Stimberg-Stadion das Blut gefrieren. Nach einem Kopfballduell knallt Marvin Schurig mit dem Hinterkopf auf den Boden und bleibt für Minuten benommen liegen.


 
Die Verantwortlichen befürchten schon das Schlimmste, sofort wird ein Notarzt herbei gerufen. Die Diagnose Gehirnerschütterung bestätigt sich noch am Abend.
Allerdings wird Marvin Schurig nach einer eingehenden Untersuchung aus dem Knappschafts-Krankenhaus Recklinghausen am Sonntagabend wieder entlassen. Am nächsten Sonntag im Auswärtsspiel bei ETB SW Essen will der Linksverteidiger wieder spielen.
„Einen zähen Hund haut eben nichts so schnell um, wie mir seine Eltern sagten“, berichtet Wolfgang Urbanczyk. Der Geschäftsführer der Spvgg. Erkenschwick hält seit eh und je einen engen Kontakt zur Familie Schurig und war maßgeblich am Verbleib des 21-Jährigen am Stimberg verantwortlich.
Schurig will also für Sonntag wieder dabei sein. Doch die Probleme beim NRW-Ligaaufsteiger sind damit jetzt nicht kleiner geworden. André Simon und Kevin Kokot humpelten in der Partie gegen den SV Bergisch Gladbach vorzeitig angeschlagen vom Platz, Mikola Makarchuk hatte wegen muskulärer Beschwerden schon vor Anpfiff passen müssen. Die Alternativen für das Gastspiel am Uhlenkrug drohen auszugehen, sollte sich nicht schnell Besserung einstellen.
Wie sehr seine Mannschaft am Sonntag in den zweiten 45 Minuten auseinander gebrochen ist, das gibt Trainer Stefan Blank mächtig zu denken. Konditionelle Probleme wollte der neue Mann an der Seitenlinie zwar nicht als Ursache für den Leistungsabfall ausmachen. Doch offensichtlich war: während Bergisch Gladbach immer noch eine Schüppe drauflegen konnte, bauten die Schwarz-Roten ab.
Blank sieht sich in erster Linie als Psychologe gefordert: „Wenn wir als Mannschaft bestehen und nicht nur als Einzelkämpfer auftreten, bin ich mir sicher, dass wir auch in Essen was holen können. Die Ergebnisse vom Sonntag haben’s ja gezeigt.“ In der Tat brachte der 16. Spieltag einige überraschende Resultate zutage, in erster Linie einen 2:1-Sieg von Westfalia Rhynern beim Tabellenzweiten Germania Windeck.
Pikant: Hätte die Spvgg. vor neun Tagen in Rhynern gewonnen, der Mitaufsteiger wäre wohl am Tabellenende versackt. So aber bekam die Mannschaft von Trainer Michael Lusch einen echten Lauf: Das frühere Schlusslicht hat mit dem Erkenschwick-Spiel jetzt neun Punkte in Serie geholt. Was würden sie am Stimberg darum geben, mal solch eine Serie zu starten?

von Olaf Krimpmann

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