kokot kevin 8Fußball kann brutal sein. Brutal schön, wenn man Davide Basile heißt und gerade seiner Spvgg. Erkenschwick in letzter Minute per Hinterkopf einen 1:0 (0:0)-Heimsieg beschert hat. Brutal hart, wenn man wie Oliver Gottwald Trainer der Hammer SpVg ist, die gerade im Oberliga-Abstiegskampf um einen möglichen Punkt gebracht wurde.

 

Kevin Kokot (r.) und die vielen Erkenschwicker Fans mussten lange warten, ehe sie jubeln durften. Foto: Maiß

„Den hatte ich eigentlich schon fest verbucht. Und dann wirst du doch noch so hart bestraft“, zeigte sich Gottwald bei der Pressekonferenz ziemlich zerknirscht. Was Magnus Niemöller völlig nachvollziehen konnte. „Ich kann da mitfühlen, das ist wirklich brutal“, vollführte der Erkenschwicker Trainer nach dem Abpfiff auch keine Freudentänze.

Die hatten die Fans allerdings ein paar Minuten vorher schon gesehen. Vortänzer Nummer eins war Davide Basile. Der sich nach seinem Treffer auf Uwe Seeler angesprochen, auch ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen konnte. „Wir haben defensiv gut gestanden und waren eben bis zum Schluss konzentriert“, erklärte der Abwehrspieler, warum am Ende die Punkte doch komplett am Stimberg blieben.

Danach hatte es in den Minuten vorher und auch lange Strecken der zweiten Hälfte nicht ausgesehen. Denn Erkenschwick tat sich gegen den Tabellen-Sechzehnten schwer, richtig schwer. Was allerdings mit Blick auf die vergangenen zwei englischen Wochen nicht unbedingt verwundert. „Wir waren müde – in den Beinen und im Kopf. Das war im zweiten Durchgang richtig zäh“, gab auch Niemöller unumwunden zu.

So zäh hätte es aber nicht sein müssen. Hätten Tim Forsmann (23.), Deniz Batman (2.5) oder Stephan Oerterer (38.) eine ihrer dicken Chancen in der ersten Hälfte auch mal genutzt. Aber entweder fehlte die Genauigkeit , oder aber der starke Manuel Lenz im Hammer Kasten machte Erkenschwick einen Strich durch die Rechnung.

Direkt nach der Pause hatten Christoph Kasak per Kopf und erneut Batman weitere Möglichkeiten, ihren Trainer etwas ruhiger zu stimmen. Was folgte, war dann wirklich zäh und Niemöller reagierte. Brachte mit Nachtigall, Robers und Rosenkranz gleich drei frische Leute – für Niemöllersche Verhältnisse eine wahre Wechsel-Orgie. Die letzten Endes allerdings ihre Wirkung nicht verfehlte. Denn in den Schlussminuten kamen die Hausherren noch einmal auf und eben doch noch zum Siegtreffer.

„Die ersten 15 Freistöße fliegen sonstwo hin, einer war ok und hat ja gereicht“, kommentierte Oerterer seine Vorlage, die Basile mit dem Hinterkopf vergoldete. Ein Kopfalltor? Das letzte markierte der Schwicker Defensivkünstler im Hinspiel in Hamm - zum 1:0. Brutal!

Quelle: Stimberg-Zeitung

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