Wieder vier Tore geschossen, nur eins reingekriegt und damit den Vorsprung in der Tabelle auf Verfolger Erndtebrück auf fünf Punkte ausgebaut: Am Stimberg macht nach dem 4:1-Erfolg gegen SSV Mühlhausen die dröge Mathematik viel Spaß.
 
 
Die Ausgangssituation des Westfalenliga-Spitzenreiters ist sechs Spieltage vor Saisonende so gut wie lange nicht. Auch wenn der 4:1 (1:1)-Erfolg über den SSV Mühlhausen gestern vor rund 350 Zuschauern schwer herausgespielt war. „Aber damit war ja zu rechnen“, kommentierte Doppeltorschütze Stefan Oerterer eine Partie, die aus Erkenschwicker Sicht fast 45 Minuten lang wenig Ergiebiges, danach aber den gewünschten Erfolg einbrachte.
Mühlhausen, das sich nach dieser Niederlage mit dem Abstieg abgefunden hat, agierte defensiv sehr diszipliniert und hatte in Ömer Sönmez einen brandgefährlichen Stürmer. Das 0:1, das Sönmez in der 20. Minute auf Zuspiel seines Sturmkollegen Thanh Tan Tran, war sogar gar nicht einmal unverdient.
Den Platzherren war bis dahin nicht viel eingefallen, um die Mühlhauser Deckung in ernsthafte Verlegenheit zu bringen. Erst in der 41. Minute ein Geistesblitz, als Stefan Oerterer steil auf Timo Ostdorf spielte. Der verspürte einen Tritt in die Hacken, Schiri Dastig zögerte keinen Moment – Elfmeter. „Ö“ verwandelte sicher.
Das 1:1 weckte die Erkenschwicker Lebensgeister. Nach der Pause nahm die Schlagzahl bei den Gastgebern deutlich zu. Das 2:1 nach 57 Minuten, auch wenn es irgendwie ein Dusel-Tor war, war bereits verdient.
SSV-Keeper Peixoto Sobral, der später noch ein paar starke Paraden zeigte, hatte den Steilpass auf Dennis Warncke scheinbar sicher, dann aber auch wieder nicht, und der heranrauschende Warncke fiel nicht nur über Peixoto Sobral, sondern auch auf den Ball, der in aller Ruhe dann doch irgendwie über die Torlinie kullerte.
So kurios dieses Tor war, es bewies aber: Die Erkenschwicker wollten sich nicht noch eine Blöße gegen ein Kellerkind geben. Der Wille, dieses Spiel gewinnen zu wollen, war nun deutlich sichtbar.
Gute Chancen, etwa durch Oerterer (73.), Bönighausen (74.) und Brüggenkamp (81.) folgten, aber auch einige gefährliche Aktionen der Gäste.
Sönmez’ Seitfallzieher in der 78. Minute wäre ein Tor wert gewesen, wäre nicht Spvgg.-Keeper Christian Götz gewesen, gestern wieder in tadelloser Verfassung.
Offenbar hatte sich Mühlhausens Dennis Schawlochow daran ein Beispiel nehmen wollen, denn wie artistisch der Defensivrecke in der 85. Minute einen Schuss von Dominik Ernst auf der eigenen Torlinie klärte, war schon phänomenal. Leider war dabei auch die Hand im Spiel – Elfmeter und Rot waren die Konsequenz. Stefan Oerterer machte mit dem 3:1 den Sack zu, in den Tobias Bockhoff per Hacken-Tor in der 90. Minute auch noch das 4:1 packte. „So ist da eben, wenn du unten drin stehst“, meinte Mühlhausens Peter Rentsch. „Gut gespielt und doch wieder verloren."
Erkenschwick: Götz – Schurig, Falkowski, Schmidt (46. Brüggenkamp) – Grad (83. Glembotzki), Allali, Bönighausen, Warncke, Ernst – Oerterer (87. Bockhoff), Ostdorf
 
von Olaf Krimpmann
 
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