So schön kann ein Derbysieg sein, auch wenn's das Spiel nicht war: Erkenschwicks Fans und Spieler vereint beim Feiern. Foto: Krimpmann  Fußball kann grausam sein. Sehr grausam. Nicht, dass Westfalia Herne gestern Abend in Erkenschwick mehr verdient gehabt hätte als ein 0:0, auf das das Spiel 88 Minuten lang hinaus gelaufen war. Es war eben lange ein Derby zum vergessen.


Eins, das das Eintrittsgeld nicht wert war. Bis Aaron Vasiliou kam. Der bullige Stoßstürmer der Spielvereinigung entschied die Partie mit einem wuchtigen Kopfstoß aus kurzer Distanz in der 88. Minute. Mit dem 1:0-Sieg feierten die „Schwicker“ den 50. Punkt der laufenden Oberliga-Saison und stürzten Herne gleichzeitig nur noch tiefer in den Schlamassel. „Herne hat diese Niederlage nicht verdient“, gab am Ende frank und frei Erkenschwicks Trainer Magnus Niemöller zu.

Dabei hatte die Westfalia noch kurzfristig das letzte Mittel versucht, das ein Verein in solch einer bedrohlichen Situation versuchen kann, und am Montagabend Jörg Silberbach als neuen Trainer installiert. Uli Reimann hatte entnervt die weiße Fahne gehisst und den Weg frei gemacht für den 48-Jährigen, der bis Januar noch beim Westfalenligisten ASC Dortmund unter Vertrag gestanden hatte und der nun vor einer ganz schweren Mission steht.

Was man seiner Elf zugute halten muss: Der Einsatz stimmt. Auch taktisch war die Westfalia gestern am Stimberg gut eingestellt. Aber das Spiel nach vorne bleibt die Achillesferse der Strünkeder.

Da auch die Erkenschwicker keinen allzu guten Tag erwischten, entwickelte sich früh ein äußerst mäßiger Kick, der kaum nennenswerte Höhepunkte hatte. Den ersten gab’s vor dem Erkenschwicker Tor, als Ditterle vor Schröter klärte (10.), den zweiten in der 43. Minute, als Stefan Oerterer mit einem kunstvollen Lupfer versuchte, Marcel Johns zu überlisten, aber am Westfalia-Schlussmann scheiterte.

Der dritte folgte in der 48. Minute, als der in der Halbzeit(!) verwarnte Spvgg.-Kapitän Nils Eisen gegen Schröter ein taktisches Foulspiel in Höhe der Mittellinie beging und dafür Gelb-rot sah.

Ob berechtigt oder nicht: Gut tat dem Spiel dieser Platzverweis nicht. Alles deutete schlussendlich auf ein leistungsgerechtes 0:0 hin, ehe Aaron Vasiliou seine gute Form unterstrich und seine zweite Chance im Spiel nach Vorlage Oerterer nutzte.

von Olaf Krimpmann

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