„50 Shades of Grey“ heißt der erfolgreichste Erotikroman der letzten Jahre. Nun hatte der Auftritt von Oberligist Spvgg. Erkenschwick beim 0:2 gegen TuS Ennepetal nicht im Ansatz etwas mit Fußball-Erotik zu tun. Für die meisten Zuschauer grenzte der Auftritt der Niemöller-Mannen dafür aber schon an echtes Hardcore-Kino.

Und wieder kein Durchkommen: Ennepetals Christian Hausmann setzt sich hier bei einem Erkenschwicker Eckball energisch gegen Philipp Rosenkranz in Szene. Foto: Olaf Krimpmann

Und wie es der Romantitel suggeriert, war am Samstag am Stimberg aus Erkenschwicker Sicht so ziemlich alles grau, und zwar dunkelgrau wie es der Himmel war – Leistung, Stimmung und Ergebnis waren enttäuschend.

„Wir kriegen einfach keine Konstanz in unser Spiel“, ärgerte sich weit nach Spielschluss Magnus Niemöller. Der Übungsleiter hatte im Vergleich zur Vorwoche nur zwei Änderungen vorgenommen (Schurig für Sawatzki und Feldkamp für den gelbgesperrten Kasak), und dennoch schienen plötzlich gegenüber dem TSV-Spiel elf grundverschiedene Spieler auf dem Platz zu stehen.

 Die absolute Sicherheit in der Defensive, ansonsten ein Erkenschwicker Trumpf, fehlte von Beginn an, im Spielaufbau gab es reihenweise Fehlpässe. Als Ennepetal nach 13 Minuten in Führung ging – Davide Basile fälschte einen Schuss von Kai Strohmann unhaltbar ab –, wurde es eine richtig zähe Angelegenheit.

 Kurzzeitig schien es, als sollten die Schwarz-Roten den Rückstand wegstecken können. Stefan Oerterers Schuss aus spitzem Winkel wurde von Florian Gerding zur Ecke geklärt (20.), und Deniz Batman scheiterte aus acht Metern am glänzend reagierenden TuS-Keeper Marvin Weusthoff (23.).

 Doch je länger das Spiel dauerte, umso weniger Mittel fanden die Platzherren, um gegen die aufmerksam verteidigenden Ennepetaler durchzukommen.

Innenraumverweis für Trainer Niemöller

 Die taten zunächst nicht viel fürs Spiel, mussten sie aber auch nicht. Es reichte, gut zu verschieben und eng zu stehen, um sämtliche Erkenschwicker Bemühungen im Keim zu ersticken. Und so wurde der Auftritt der Spvgg. von Minute zu Minute immer gruseliger.

 Nach dem Seitenwechsel (und einem überraschenden Pfostenschuss von Marc Schröter; 55.) wurde die Partie nämlich immer unansehnlicher. Dazu wurde es nickliger, Schiedsrichterin Kathrin Heimann hatte nun alle Hände voll zu tun.

 Dass es in der 72. Minute Magnus Niemöller traf, der des Innenraums verwiesen wurde, diese Erwähnung gehört zur Chronistenpflicht.

 Während der Erkenschwicker Trainer beteuert, nicht ausfallend geworden zu sein, behauptet Niemöller genau das von Schiri-Assistent Marcel Brinkpeter. Ob die Geschichte ein Nachspiel haben wird, ist offen, aber auch dieser „Nebenkriegsschauplatz“ war bezeichnend für einen Nachmittag, der Wirkung zeigen könnte.

 In drei Wochen (15. März) müssen die Unterlagen für die Regionalliga-Lizenzierung eingereicht werden. Ob die Spvgg. Erkenschwick dabei sein wird, ist offen. Spvgg.-Vorsitzender Hermann Silvers wollte sich nach Spielschluss nicht offiziell äußern; es wäre in der Tat wohl der falsche Zeitpunkt gewesen.

 Dennoch wird die Frage nach der Lizenz weiter wie ein Damoklesschwert über der Mannschaft hängen – trotz der mittlerweile siebten(!) Niederlage im 18. Spiel.

Quelle: Stimberg-Zeitung

Zum Seitenanfang