oerterer39An der Seitenlinie drohte Magnus Niemöller schon die Verzweiflung über den (Konter-) Chancen-Wucher seiner Mannschaft zu übermannen. Da nahm es Davide Basile in die Hand, seinen Trainer zu beruhigen. Der 23-jährige Abwehrmann trat in der eigenen Hälfte entschlossen an, überlief die aufgerückte Defensive von Eintracht Rheine und vollendete cool wie ein Stürmer mit dem Innenrist.

 Stefan Oerterer Spvgg. Erkenschwick Fußball Oberliga Westfalen Saison 2015/2016 Und wieder brennt es an Rheines Strafraum: Kevin Grewe (links) „löscht“ vor Spvgg.-Angreifer Stefan Oerterer – Torhüter Nils Wiedenhöft braucht nicht einzugreifen.  Foto: Thomas Braucks

84. Minute, 3:0 – die Entscheidung in einem aus Erkenschwicker Sicht bemerkenswerten Oberliga-Spiel. Dass dieser Treffer nicht etwas früher fiel, dass es sich Magnus Niemöller und sein Co-Trainer Stefan Mross nicht schon eher in ihren Plastikstühlen bequem machen durften – das war alles, was sich die Schwarz-Roten vorzuhalten brauchten.

 Ansonsten zeigte die Spielvereinigung von Anfang bis Ende eine tadellose Leistung. Zweifellos eine der besten in der gesamten Saison. Was gestern besonders imponierte: Die Konzentration, der Biss und das Geschick, mit der die Hausherren auf dem Kunstrasenplatz ihre Spielhälfte verteidigten.

 Eintracht Rheine, die beste Auswärtsmannschaft der Oberliga, hatte am Stimberg nicht eine einzige seriöse Torchance. Das muss man erst einmal fertigbringen!

 Auf der anderen Seite setzten die Gastgeber ihre Offensivkraft dosiert ein. „Der Plan war, nicht zu hoch zu pressen und aus dem Konter zu Chancen zu kommen“, sagte Trainer Magnus Niemöller. Er ging vollständig auf.

 Beim 1:0 war etwas Glück im Spiel: Nach einem Kopfballduell zwischen Philipp Rosenkranz und Rheines Beckmann-Smith fiel Deniz Batman der Ball schussgerecht vor die Füße. Der Mittelfeldmann zog aus 20 Metern ab, abgefälscht rauschte das Spielgerät über Eintracht-Torhüter Wiedenhöft unter die Torlatte – 1:0 (9.).

 Warum Rheine in dieser Saison ein Respekt einflößender Gegner ist, zeigte die Elf anschließend: Die Münsterländer hatten viel Ballbesitz und kombinierten ansehnlich. Aber ganz vorn kamen sie eben nicht durch.  Bemerkenswert für den Spielverlauf: Die Spvgg. steckte auch schwere personelle Rückschläge wie nichts weg.

 Arda Nebi verletzte sich früh im Zweikampf und humpelte nach 38 Minuten für David Sawatzki vom Platz. Philipp Rosenkranz, der drei, vier harte Bodychecks hinnehmen musste, quälte sich in der 39. Minute vom Grün. Stefan Grummel kam.

 Trotzdem war Schwarz-Rot nach der Pause sofort wieder präsentiert. In der 63. Minute war Stefan Oerterer schneller als Nils Wiedenhöft, spitzelte den Ball am weit aus seinem Kasten geeilten Torhüter vorbei und schoss zum 2:0 ein.

 Es folgte jene Phase, in der die Spvgg. einige hochkarätige Möglichkeiten zum Konter und zum Torschuss vergab. Für Trainer Niemöllers Geschmack eine Spur zu lässig.

 Davide Basile korrigierte das in der 84. Minute endlich. Den Schlusspunkt bereitete Mirko Eisen vor: Torhüter Wiedenhöft holte den eingewechselten Angreifer am Fünfmeter-Raum von den Beinen, Stefan Oerterer verwertete den fälligen Strafstoß zum 4:0 (90.). Sein 14. Saisontreffer – Oberliga-Spitze!

Quelle: Stimberg-Zeitung

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