jubel in lippstadt2016Die Spvgg. Erkenschwick hat dem SV Lippstadt 08 mit dem 3:1 (0:1) die erste Pflichtspielniederlage in der Geschichte des schmucken Stadions „Am Bruchbaum“ zugefügt. Doppeltorschütze Stefan Oerterer (49.; 66.) sprach nach ereignisreicher Woche und einer formidablen zweiten Halbzeit in Lippstadt danach das aus, was für sein Team selbstverständlich ist: „Wir müssen niemandem etwas beweisen, aber wir wollen es uns natürlich beweisen.“

  Ein in jeder Hinsicht starkes Zeichen: Tim Forsmann, Deniz Batman, Philipp Rosenkranz, Marvin Schurig und Christoph Kasak (von links) freuen sich nach dem Erkenschwicker Treffer zum 1:3. Foto: Krimpmann

 

Die Schwarz-Roten spielen also auch nach der Absage an die Regionalliga nicht für die Galerie. Irgendwie taten sie es natürlich doch: Denn wie zielstrebig die Gäste in den zweiten 45 Minuten zu Werke gingen, wie sehr sie dem Tabellenführer zusetzten, das war imponierend und nötigte selbst dem Lippstädter Publikum Respekt ab.

 Es war eine Reaktion, die die eigenen Fans verzückte, auch wenn den einen oder anderen Wehmut packte: Wird es diese Truppe in der Konstellation in der nächsten Saison noch geben? Die Zweifel auf den Rängen waren laut, umso mehr rührte diese Leistung die Fanseelen.

 Lippstadt ging früh durch Björn Traufetter in Führung (11.), als Erkenschwick noch gar nicht richtig sortiert war, stellte dann aber die Bemühungen nach einem Pfostenschuss von Josip Majic (21.) komplett ein. „Ich hatte in der Halbzeit gewarnt, dass das so nicht lange gut gehen wird“, meinte SVL-Trainer Stefan Fröhlich und sah sich fortan bestätigt.

 In der 49. Minute stocherte Stefan Oerterer einen Batman-Eckball ein zum 1:1. Nachdem Torhüter Marcel Müller 180 Sekunden später sensationell gegen Ardian Jevric parierte (52.), gab es Klasse-Chancen fast nur auf der Gegenseite.

 Und welche! In der 66. Minute drosch Tim Forsmann einen Ball aus dem eigenen Strafraum weit und lang nach vorne, und das in höchster Not. Lippstadt war aufgerückt und bekam den an der Mittellinie lauernden Stefan Oerterer so nicht mehr zu fassen, der überlegt zum 1:2 einschob (66.). Auch wenn die Basis des Erfolgs die starke Verteidigungsleistung war, gab es in den letzten 25 Minuten noch ein halbes Dutzend Erkenschwicker Angriffe mit höchster Torgefahr. Nie war der SVL im eigenen Stadion so ausgekontert worden.

 Dass nur noch Philipp Rosenkranz per 20-Meter-Schuss traf (81.), war fast schon zu wenig. „Dieser Sieg ist auch in dieser Höhe verdient“, befand Stefan Fröhlich, der froh gewesen sein muss, dass Schiedsrichter Westbeld nur zwei Minuten nachspielen ließ. Weit ausgiebiger geriet die Humba vor den zahlreich mitgereisten Spvgg.-Fans, die angeführt wurde von Davide Basile, während Magnus Niemöller einfach nur stolz war, als er sagte: „Wir haben ein großes Spiel gemacht.“

Von Olaf Krimpmann

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