jubel in schermbeck2016Das Saisonziel Aufstieg wird der Mannschaft geraubt. Ein Leistungsträger unterschreibt beim Kreisrivalen. Der Trainer reicht nach 14 Jahren im Klub seinen Abschied ein. Und was treibt die Spvgg. Erkenschwick in der Oberliga? Team und Fans sind offenbar wild entschlossen, sich die Freude am Fußball nicht verderben zu lassen – und siegen einfach weiter. Das 2:1 beim SV Schermbeck war der fünfte Dreier in Serie.

 

  Erkenschwicker Frühlingsgefühle: Fußballer und Fans feiern den 2:1-Erfolg in Schermbeck. Foto: Braucks

 Arda Nebi, der Kunstschütze zum 1:1, ist zwar erst seit dem vergangenen Sommer dabei. Die besondere Stimberg-Mentalität aber hat auch der Angreifer offenbar bereits fest verinnerlicht.

„Diese Mannschaft haut so schnell nichts um – definitiv“, sagte der 24-jährige Recklinghäuser beim Abgang in die Kabine. Da stand fest: Die Spvgg. hat sich auf den dritten Platz vorgeschoben.

„Einfach überragend“ – so fand Magnus Niemöller die Leistung seiner Kicker. Nicht dass denen der 2:1-Erfolg spielerisch leicht gefallen wäre. 90 Minuten plus Nachspielzeit hatte Schwarz-Rot in der Volksbank-Arena vor 300 Zuschauern schwere Arbeit zu verrichten.

 Und das taten die „Schwicker“ auch – für sich, für ihre Fans, für ihren lautstark gefeierten Trainer, der am Donnerstag verkündet hatte, im Sommer zu gehen.

 Dass die Aufgabe beim Aufsteiger mit spielerischen Mitteln allein nicht zu lösen sein würde, war schnell klar. Erstens spielte der SV Schermbeck geschickt aus der Defensive, kämpfte beherzt und attackierte ein paar Mal energisch das Erkenschwicker Tor. Zweitens versprang der Ball auf dem holprige Rasen auch den besten Technikern am laufenden Meter. Gift für das Aufbauspiel der Gäste.

 Die Spvgg. Erkenschwick hatte zwar die erste dicke Chance: Philipp Rosenkranz traf nach sechs Minuten ans Aluminium. Den besseren Eindruck hinterließ zunächst aber Schermbeck: Tim Dosedal spitzelte den Ball auf Zuspiel von Jannis Scheuch an Torhüter Marcel Müller vorbei zum 1:0 ins Erkenschwicker Tornetz (17.).

 Die Spvgg. hatte das Glück, dass Schermbecks Defensive nach einer halben Stunde einen Flankenball nachlässig abwehrte – punktgenau auf den Fuß von Arda Nebi, der den Ball aus 18 Metern volley zum 1:1 ins Netz jagte (30.).

 Zur Pause hätte aber Gastgeber Schermbeck führen können: Fünf Minuten vor der Pause retteten Torhüter Müller und Abwehrmann Christoph Kasak in höchster Not gegen Tim Dosedal und Raphael Niehoff.

 Nach der Pause wirkte Schwarz-Rot entschlossener. „Wir haben die Jungs auf Knochenarbeit eingeschworen“, berichtete Trainer Magnus Niemöller aus der Kabine. Die war nicht immer ansehnlich, aber durchschlagend. Schwarz-Rot ließ sich nicht mehr überraschen, hatte nun Vorteile im Mittelfeld.

 Und der SV Schermbeck spielte in den zweiten 45 Minuten keine einzige Torchance mehr heraus. Anders die Erkenschwicker, die clever einen Weg zum Siegtreffer fanden: Tim Kilian führte nach einem Foul den Freistoß schnell aus, Stefan Oerterer und Deniz Batman hebelten Schermbecks Innenverteidigung mit einem Doppelpass aus – „Ö“ umspielte Torhüter Tim Krückemeier und schoss zum 1:2 ein (63.).

 Ein sportliches Glanzlicht. Der Rest aber war vor allem konzentriertes Erkenschwicker Handwerk – mit einem Ausreißer nach unten.

 Für den sorgte Schermbecks Abwehrmann Kevin Ewald, der Julian Sammerl auf dem Flügel mit Anlauf und einem rüden Tackling von den Beinen holte. Schiedsrichter Lukas Sauer zog die Rote Karte (85.). Die Oberliga-Partie war gelaufen, und die 50 Erkenschwicker Fans sangen: „Wir wollen den Magnus sehen.“ Den Song werden sie in den kommenden Wochen wohl noch öfter auspacken.

Quelle: Stimberg-Stadion

Zum Seitenanfang