niemoeller mrossDie Erkenschwicker Fans ließen ihren Trainer in Sprechchören hochleben. Sie schlossen ihn in die Arme. Einer bot Magnus Niemöller gar an, ihn heim nach Waltrop zu tragen. „Jetzt hört doch alle auf“, rief der Trainer des Oberligisten den schwarz-roten Anhang lautstark zur Ordnung. „Ich bin noch doch noch zwei Monate da.“ Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass die Fans dem Trainer seinen Abschied nach der Saison nicht krumm nehmen – der 2:1-Erfolg beim SV Schermbeck am Sonntag hat ihn geliefert.

Schöne Grüße von Platz drei: Spvgg.-Coach Magnus Niemöller und Co-Trainer Stefan Mross. Foto: Braucks

 Niemöller war die geballte Zuneigung, die ihm in der Volksbank-Arena entgegenschlug, fast unangenehm.

 So winkte der 42-jährige Waltroper bereits beim Schlusspfiff dankend ab, als der Anhang forderte: „Magnus auf den Zaun!“ Niemöller reihte sich ins Team zur La-Ola-Welle ein, nahm noch den Applaus entgegen – das war’s.

„Mal ehrlich, ich kann doch jetzt nicht Woche für Woche auf den Zaun klettern und mich feiern lassen“, sagte der Übungsleiter. Der Augenblick, Abschied zu feiern, werde schon noch kommen. „Aber der ist nicht jetzt. Wir haben sportlich ja auch noch einiges vor.“

Der frisch eroberte dritte Tabellenplatz dürfte allerdings bereits an diesem Mittwoch in Gefahr geraten. Da können die Top-Klubs SC Roland und SF Siegen in Nachholspielen punkten und vorbeziehen. Die Schwarzen-Roten wollen dennoch nicht locker lassen.

 Am Sonntag empfängt die Spvgg. zur Mittagsstunde den Tabellen-15. SuS Stadtlohn (12.30 Uhr), eine Woche später ist Schlusslicht SV Zweckel am Stimberg zu Gast. Zwei direkte Konkurrenten des SV Schermbeck im Klassenkampf. „Auch da geben wir Vollgas“, versprach Magnus Niemöller seinem Schermbecker Trainerkollegen Christoph Schlebach.

 Er tat es aber auch, um seine Mannen jetzt ja nicht auszubremsen: „Die Jungs sind auf alles eingestellt, und das im positiven Sinne. Ich denke, die Vereine da vorne sollen schon merken, dass wir da sind“, schaut der Erkenschwicker Noch-Trainer durchaus nach oben.

 Spielt seine Elf nicht längst auf Augenhöhe mit den ganz Großen? Großes Kino für kleines Geld, das gibt es aktuell nur mit Beteiligung der Spvgg. Erkenschwick.

 Am Ende musste sich Magnus Niemöller in Schermbeck dann aber doch noch ein paar kritische Worte gefallen lassen. Eine Schermbecker Zuschauerin zeigte auf einige Erkenschwicker Kicker, die vor der Kabine gemütlich eine Zigarette rauchten, und tadelte den Trainer: Das gehöre sich doch nicht für Sportler. „Sagen Sie denen das bitte!“ Was zeigt: Niemöller hat am Stimberg in 14 Jahren viel erreicht. Aber nicht alles.

Quelle: Stimberg-Zeitung

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