schurig marvin2Der große Favorit gibt sich keine Blöße: Durch eine konzentrierte Leistung und einen 4:0-Erfolg bei A-Kreisligist Genclikspor Recklinghausen zieht die Spvgg. Erkenschwick ins Kreispokalfinale ein. Mies ist nur die Chancenverwertung des Oberligisten. Das Leben eines Torhüters kann brutal sein. Da liefert ein Schlussmann ein tolles Spiel ab und zeigt ein halbes Dutzend großartiger Paraden – aber diskutiert wird hinterher über einen Patzer.

   

  Mit viel Gefühl zum Endstand: Erkenschwicks Marvin Schurig lupft den Ball am starken Genclikspor-Torhüter Ömer Etyemez zum 0:4 ins Recklinghäuser Tor. Foto: Braucks

 So wie bei Ömer Etyemez, dem 19 Jahre jungen Torhüter von Genclikspor Recklinghausen. 21 Minuten waren herum im Kreispokal-Halbfinale zwischen dem A-Kreisligisten und Oberligist Spvgg. Erkenschwick, als Stefan Oerterer einen Eckball vors Tor des krassen Außenseiters trat.

 Etyemez eilte mutig aus seinem Kasten, kam aber mit seinen Fäusten Bruchteile einer Sekunde zu spät – Erkenschwicks Abwehrmann Davide Basile lenkte den Ball mit der Stirn zum 0:1 ins Tor. Der Plan des Außenseiters, möglichst lange ein 0:0 zu halten, war dahin.

„Danach hat die Mannschaft den Glauben verloren und zu viel Respekt gezeigt“, befand Trainer Yavuz Gürbüz. „Aber kein Vorwurf an Ömer – er hat heute ein tolles Spiel gemacht.“ Was jeder der 110 zahlenden Zuschauer im Süder Eintracht-Stadion bestätigen wird. Genclikspors Torhüter war es zu verdanken, dass die Partie lange, bis zur 81. Minute, vom Ergebnis her recht knapp verlief.

 Der Oberligist bot eine konzentrierte Leistung und spielte ein Dutzend erstklassiger bis 100-prozentiger Torchancen heraus. Die meisten aber vergaben die Schwarz-Roten kläglich, und oft hatte Torhüter Ömer Etyemez dabei seine Hand oder einen Fuß im Spiel.

„Bis zum Fünfmeterraum haben wir alles richtig gemacht“, kommentierte Erkenschwick Co-Trainer Stefan Mross. „Aber was wir an Chancen ausgelassen haben, das geht auf keine Kuhhaut. So wird‘s gegen den SV Zweckel ganz schwer.“ Oberliga ist am Sonntag, gestern war Kreispokal. Und in dem hat die Spvgg. unter dem Strich das Finale sicher erreicht.

 Julian Sammerl sorgte in der 37. Minute mit einem Knaller ins obere Toreck für das 0:2. In der 81. Minute riss Nils Eisen der Geduldsfaden: Der Kapitän jagte den Ball nach vielen Fehlschüssen der Kollegen volley zum 0:3 ins Tor der Süder – und bekam dafür von einem aufmerksamen Zuschauer zur Anerkennung den roten Fußballschuh blank poliert.  Den Schlusspunkt setzte eine Minute später Marvin Schurig mit Finesse: Der 27-Jährige lupfte den Ball gekonnt an Ömer Etyemez zum 0:4 ins Netz (82.).  Die „Schwicker“ zogen nach dem standesgemäßen Erfolg zufrieden ab – Genclikspor haderte etwas. Die Recklinghäuser spielen aktuell nicht ihren besten Ball. Ein Grund: Ein halbes Dutzend Stammspieler fehlen dem Klub, gestern mussten sogar zwei Akteure aus dem B-Team ran. „Das ist schade“, zog Trainer Gürbüz Bilanz, „wir hätten das Spiel gern etwas offener gestaltet.“

Quelle: Stimberg-Zeitung

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