basile batmanMan mag es angesichts der derzeit unruhigen Lage rund um die Spvgg. Erkenschwick kaum glauben. Aber der Traditionsverein vom Stimberg könnte in seinem 100. Jahr nach der Gründung tatsächlich zum dritten Mal nach 1980 und 1987 wieder Meister der Oberliga Westfalen werden. Durch den am Ende etwas glücklichen, dennoch verdienten 2:0 (1:0)-Auswärtssieg im Nachholspiel bei der Hammer SpVg. haben die Schwarz-Roten am Mittwochabend zumindest die Chance gewahrt, im Saisonendspurt noch einmal entscheidend ins Rennen um Platz eins eingreifen zu können.

Mit einem schönen Gruß an die Fans: Davide Basile wird für sein Traum-Tor von Deniz Batman gefeiert. Foto: Olaf Krimpmann

 Nach zuletzt zwei sieglosen Ligaspielen gegen Neuenkirchen (1:2) und Sprockhövel (2:2) fand der Kreispokalsieger auch in der Meisterschaft wieder in die Erfolgsspur zurück und hat vor den letzten drei Spielen drei bzw. vier Punkte Rückstand auf Sprockhövel und Siegen. Doch die Sportfreunde sind am letzten Spieltag noch zu Gast im Stimberg-Stadion.

 Im Duell mit der Hammer SpVg tat sich vor enttäuschender Kulisse von nur 365 zahlenden Zuschauern im ersten Durchgang zunächst herzlich wenig. Bei sehr milden Temperaturen fiel die Begegnung lange in die Kategorie Sommerfußball. Die beste Möglichkeit im ersten Durchgang hatten zu Beginn die Hausherren. Einen 25-Meter-Knaller von Nils Kisker konnte Torwart Marcel Müller soeben noch um den Pfosten lenken (15.).

 Danach verflachte das Spiel mehr und mehr. Chancen gab’s hüben wie drüben keine – bis zur 41. Minute, als Davide Basile nach Foul an Philipp Rosenkranz, der nach Gelbsperre zurückgekehrt war, den Ball per Freistoß aus 17 Metern sehenswert zur 1:0-Pausenführung in den Winkel jagte. Es war der viel zitierte Treffer aus dem Nichts.

 Und der sollte den „Schwickern“ für Hälfte zwei eigentlich Sicherheit geben. Doch nach Wiederanpfiff drehte die HSV mächtig auf. Und für die erste brenzlige Szene in Hälfte zwei, die beide Teams unverändert angingen, sorgte Hamms Giacomo Serrone, der frei vor Müller zu lange zögerte, sodass Basile in höchster Not zur Ecke klären konnte (52.). Danach parierte Müller zweimal stark gegen Semih Yigit (61.) und Tayfun Cakiroglu (64.).

 Kurz darauf war der Schlussmann schon geschlagen. Nach Zuspiel des immer stärker werdenden Cakiroglu traf Serrone aus kurzer Distanz aber das leere Tor nicht (67.). Niemöller versuchte von außen zu korrigieren, brachte in Hamms Drangphase mit Marvin Schurig und Tim Kilian für David Sawatzki und Julian Sammerl frische Kräfte (69.).

 Und Erkenschwick befreite sich allmählich. Doch erst, als Arda Nebi in der 82. Minute nach feinem Zuspiel von Stefan Oerterer Hamms Keeper Michael Strzys umkurvte und zum 0:2 einschob, hatten Fans und Spieler Gewissheit, dass der Traum von der Meisterschaft nicht ausgeträumt ist.

Von Olaf Nehls

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