jubel in guetersloh 2016Am Ende war es im Heidewald wie in bald vergangenen Zeiten: Erkenschwicker Mannschaft und Fans standen zusammen, feierten sich, den 3:1-Sieg beim FC Gütersloh – und das sich anbahnende Ende einer Ära. Auch wenn Davide Basile noch einmal mit den Anhängern die „Humba“ anführen durfte, auch wenn Doppeltorschütze Stefan Oerterer mit den ihn über Jahre begleitenden „Ö-Ö-Ö“-Rufen gefeiert wurde – hier und da lief so manche Träne.

Noch stehen sie davor, später wurde die Erkenschwicker Mannschaft in Gütersloh von den Fans auf dem Zaun gefeiert. Foto: Olaf Krimpmann

„Da ist echt viel Wehmut dabei“, sagte Philipp Rosenkranz. „Rosi“, Erkenschwicks Dauerläufer im Mittelfeld, gehört zu der Kategorie Spielern, die mit Trainer Magnus Niemöller vor fünf Jahren eine neue Ära begründeten. Nils Eisen, Stefan Oerterer, Deniz Batman, Tim Kilian, David Sawatzki – sie und andere sind noch Teil des großen gemeinsamen Projektes. Aber nicht nur Philipp Rosenkranz war am Sonntagfrüh mit einem flauen Gefühl im Magen aufgewacht und zum Spiel gefahren: „Das fühlt sich nicht gut an, wenn du spürst: Noch zweimal 90 Minuten, dann ist es vorbei.“

Diese Endgültigkeit hatte am Sonntagnachmittag, als das Heimpublikum längst auf dem Heimweg war und im Heidewald nur noch die Farben Schwarz und Rot dominierten, jeden erwischt.

„Olala, wir haben eine Mannschaft“, sangen die Fans, die sich nach der letzten Auswärtsfahrt dieser Saison nicht nur verbal, sondern auch tatsächlich verneigten vor dieser Truppe.

 Wer am Sonntag hautnah dabei war, der kann vielleicht erahnen, wie emotional das definitiv letzte Saisonspiel am Sonntag gegen SF Siegen zu werden droht.

 Und selbst wenn er es weiß: Gefühle zu unterdrücken, das fiel einigen bereits gestern schwer. Da kauerte Stefan Oerterer später alleine im fast leeren Stadion auf der Auswechselbank – sieht so etwa ein zweifacher Torschütze aus? Es war paradox: Auch im Erfolg wurde die Endgültigkeit erdrückend deutlich.

 Die 90 Minuten zuvor auf dem Rasen waren fast zur Nebensache geraten. Erkenschwick hatte das Spiel gegen schwache Gütersloher fast immer unter Kontrolle. Der FCG war mit dem 1:3 nach Toren von Arda Nebi (35; ein strammer Schuss an den Innenpfosten) und zweimal Oerterer (38. und 69., das zweite mit dem Kopf!) noch gut bedient, war eher durch glückliche Umstände bedingt durch Sherif Alassane in Führung gegangen (32.).

 Erkenschwick dafür schluderte mit seinen hochkarätigen Torchancen, von denen FCG-Keeper Christopher Rump noch „Hundertprozentige“ von Oerterer (25.) und Sammerl (53.) glänzend parierte, während für Gütersloh Alassane (75.) den Torpfosten traf und Vadim Thomas’ Geschoss noch gerade die Torlatte touchierte (78.).

 Güterslohs Spieler waren nach Schlusspfiff schnell in der Kabine verschwunden, auch das Gütersloher Publikum hatte es eilig. Geblieben waren Supporters, Ruhrpottmonster, Los Schwickos, Edelfans und die komplette Mannschaft. „Ein Wahnsinn“, staunte Trainer Magnus Niemöller.

 Der jetzt noch einen Traum hat und ihn sich erfüllen kann: Die Vizemeisterschaft und der sportliche Aufstieg sind noch drin.

Von Olaf Krimpmann

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