wessendorf dennis 2Es war ordentlich Pfeffer in diesem Testspiel, das nur dazu dienen sollte, die aktuelle Form zu überprüfen: TuS 05 Sinsen und Spvgg. Erkenschwick schenkten sich im nicht immer ganz freundschaftlichen Vergleich nichts, schon nach 38 Minuten gab es eine (zum Glück für die Beteiligten folgenlose) Rudelbildung, die es in sich hatte. Der Erkenschwicker 2:1-Sieg nach 90 unterhaltsamen Minuten geht durchaus in Ordnung.

 

Von wegen Freundschaftsspiel: Der Erkenschwicker Dennis Weßendorf schickt den Sinsener Luciano Sabellek unsanft aufs Grün. Foto: Krimpmann

  Das fand sogar Sinsens Co-Trainer Holger Jahnke: „Erkenschwick hat mit großem Einsatz gespielt und war aggressiv in den Zweikämpfen. Da waren schon gute Dinge zu sehen.“

Seine Gedanken waren kurz nach Abpfiff aber eher bei seinem Personal. Oder dem, das auch noch auszufallen droht. Erst musste Maurizio Fenu mit schmerzendem Oberschenkel in die Kabine (30.), dann traf es Dominique Temming kurz vor der Pause.

„Die Schulter war raus“, berichtete Jahnke, Temming war unglücklich gefallen. Da die Sinsener Möglichkeiten an diesem Tag personell ziemlich begrenzt waren, hatte der TuS dem laufintensiven Erkenschwicker Spiel erst einmal wenig entgegen zu setzen.

Auf der anderen Seite strahlte Zouhair Allali: „Das waren wirklich gute 50, 60 Minuten von uns“, lobte der Erkenschwicker Trainer. „Vor allem vom Einsatz her. Ich habe eine ganz tolle Bereitschaft bei allen Spielern gesehen.“ Kurzum: Allali sieht seine Mannen auf einem guten Weg. Der Anhang wird’s gerne vernehmen.

In der Tat war Erkenschwicks „erste Elf“ gegen Sinsen sehr präsent, agierte nicht nur überraschend abgeklärt in vielen Situationen, sondern schaffte es nach einer Phase des gegenseitigen Abtastens, den Westfalenligisten immer wieder vor Probleme zu stellen.

Die 2:0-Halbzeitführung nach Toren von Ivan Benkovic (41.; ein Kopfball nach Maßflanke von Eugene Ofosu-Ayeh) und Ibrahim Erdem (45.; Schuss aus spitzem Winkel durch die „Hosenträger“ von Sinsens Keeper Jonas Weeke), war verdient.

„Die erste Hälfte haben wir das nicht gut gelöst, das habe ich den Jungs in der Kabine deutlich gesagt“, war Sinsens Co-Trainer Holger Jahnke alles andere als erbaut. Ein Schuss von Hendrik Maaß (32.), der per Fußabwehr von Tim Oberwahrenbrock geklärt wurde (32.), war bis zur Halbzeit immerhin auf Sinsener Seite zu verzeichnen.

Nach dem Wechsel wurde das Spiel offener. Elvis Salja legte in der 63. Minute den Ball erst am eingewechselten Torhüter Marvin Kröger vorbei, ehe er ihn über das Tor drosch (63.), und scheiterte fünf Minuten später mit einem Freistoß an Kröger. Nun war es Sinsen, das mehr investierte.

Patrick Goecke nach Freistoß von Marvin Piechottka erzielte nach 75 Minuten den Anschlusstreffer, den sich der TuS 05 redlich verdient hatte. Erkenschwick hatte mittlerweile fast komplett gewechselt, was dem Spiel nicht gerade gut tat. Der Einsatz aber blieb hoch, die Intensität ebenfalls.

Umso wichtiger, fand Zouhair Allali, dass seine Mannen in den ersten 45 Minuten eine konzentrierte Leistung mit vielen guten spielerischen Ansätzen gezeigt hatten. Zur Belohnung gab’s am Sonntag trainingsfrei. Erst der zweite freie Tag in der Vorbereitung – dabei war die Spvgg. als erster Oberligist überhaupt in die Vorbereitung gestartet. Allali ahnt: Gut Ding braucht eben Zeit.

von Olaf Krimpmann

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