jubel in rheine 2016Sensationeller Saisonstart für die Spvgg. Erkenschwick: Mit einem 4:0 (2:0)-Erfolg bei Eintracht Rheine setzte sich der Oberligist nach dem ersten Spieltag sogar an die Tabellenspitze. Aber es ist nicht nur diese Momentaufnahme, die das Resultat in seiner Dimension so bemerkenswert macht! Weitaus namhaftere Erkenschwicker Kader hatten am „Delsen“ nie etwas zu Lachen gehabt: In neun Spielen zuvor hatte es dort keinen Auswärtssieg gegeben!

Riesenjubel nach dem Tor zum 0:3 in der 47. Minute. Mittendrin Trainer Zouhair Allali.  Foto: Olaf Krimpmann

 Wichtig war der Sieg aber unter einem ganz anderen Gesichtspunkt: Die Spvgg. stellte ihre Liga-Tauglichkeit unter Beweis – zumindest in der Formation und in der Form von Sonntag.

Das Erfolgsrezept war dabei ebenso simpel wie genial: Hinten rührte Trainer Zouhair Allali mit einer Fünferkette soliden Beton an, nach vorne stürmten seine Mannen überfallartig an. Die behäbige Rheinenser Abwehr sah meist nur die Hacken.

Kaum 180 Sekunden waren gespielt, da sprintete Ibrahim Erdem aus zugegeben abseitsverdächtiger Position durch und schob den Ball ins lange Eck zum 0:1 ein. Vier Minuten später ein ähnliches Szenario: Diesmal spurtete Erdem in den Rücken der Eintracht-Abwehr und Ivan Benkovic nagelte den Ball unter die Torlatte zum 0:2 ins Netz (7.). Rheine hatte sich noch gar nicht sortiert und lag schon klar hinten.

Nachdem in der neunten Minute Nils Woltering auch noch mit Verdacht auf eine schwere Bänderverletzung raus musste, war die Laune bei Eintracht-Coach Uwe Laurenz vollends im Keller.

Sein Team fand aber ins Spiel zurück, allerdings waren die meisten Angriffe brotlose Kunst. Bezeichnend: Beim besten Rheinenser Vorstoß vor der Pause über Julius Hölscher landete der Ball nur am Stand-, nicht am Schussbein von Timo Scherping (39.).

Entscheidung in der 47. Minute

Auf der anderen Seite liefen die überfallartigen Konter weiter, nur dass diesmal das Schussglück fehlte. Das war pünktlich nach Wiederanpfiff wieder da. Und wie schon in den ersten 45 Minuten erwischten die Gäste einen Traum-Start. Auf der rechten Seite behauptete Gerard Lubkoll den Ball und Tolga Cengelcik schloss souverän zum 0:3 ab – diesmal hatten die „Schwicker“ gerade einmal zwei Minuten fürs nächste Tor gebraucht (47.).

Als Ivan Benkovic nach Vorarbeit des quirligen Semih Demiroglu das 0:4 nachlegte (58.) und seinen ersten Doppelpack der Oberliga-Geschichte schnürte, waren nicht nur die mitgereisten Fans aus dem Häuschen.

„Zwick’ mich mal“, raunte Trainer Allali dem neben der Bank sitzenden Chronisten zu – der Trainer selbst konnte kaum glauben, was er sah.

Rheine war in einer nun hektisch werdenden Begegnung zwar bedacht, Ergebniskosmetik zu betreiben, aber das Erkenschwicker Bollwerk hielt. Die Innenverteidiger Muhamed Demir (60.) und Dennis Konarski (76.) klärten jeweils vor der eigenen Torlinie, aber das Gefühl, dass hier noch irgendetwas anbrennen könnte, hatte niemand.

Im Gegenteil: Ivan Benkovic (63.) und der eingewechselte Eugene Ofosu-Ayeh (81.) hatten noch gute Möglichkeiten, den Sieg weiter in die Höhe zu schrauben. Ihr Mittel dabei: Pfeilschnell vorgetragene Angriffe.

Es scheint, als sollte die Jugendlichkeit in diesem Kader in diesem Falle kein Nach-, sondern ein Vorteil sein.

Zum Seitenanfang