benkovic ivan3Dem Doppelpack im Westfalenpokalspiel in Holzwickede folgte der Doppelpack in der Meisterschaft bei Eintracht Rheine: Ein Sturmproblem scheint die Spvgg. Erkenschwick in dieser Saison nicht zu haben. Vor dem Derby gegen den TSV (So., 15 Uhr, Stimberg-Stadion) heißt der neue „Mister Doppelpack“ Ivan Benkovic. „Benko“, wie der Wanne-Eickeler im Team gerufen wird, ist dabei, eine lange persönliche Durststrecke zu beenden.

1,92 Meter in Aktion: Ivan Benkovic hat sich bei der Spvgg. Erkenschwick in den Vordergrund gespielt. In zwei Pflichtspielen traf der Mittelstürmer viermal ins Netz. Foto: Krimpmann

Der Erfolg, den er gerade am Stimberg hat, macht den gebürtigen Gelsenkirchener dabei stolz und auch ziemlich selbstbewusst. Was für einen Mittelstürmer nicht die schlechtesten Voraussetzungen sind, wie folgende Begebenheit zeigt.

In Holzwickede beendete Benkovic kurzerhand selbst alle Diskussionen: Er trat zum Elfmeter an, der zuvor an ihm verursacht worden war. „Ich kann doch die Kinder nicht schießen lassen“, flachste Benkovic nach dem verwandelten „Elfer“ und dem 3:1-Sieg seiner Mannschaft.

Dabei ist der 1,92-Meter-Mann selbst gerade 20 Jahre jung. „Ein gewisser Egoismus gehört zu einem Stürmer dazu“, erklärt Benkovic. „Dazu gehören dann auch die Elfmeter.“ Ein Spieler wie er wird an Toren gemessen. Ausgerechnet in Zeiten des großen Umbruchs am Stimberg, so scheint es, findet Ivan Benkovic dort sein Glück.

Die Liste seiner bisherigen Vereine ist für einen 20-Jährigen auffallend lang. Ob ein kurzes Intermezzo beim Wuppertaler SV oder zuletzt bei der SG Wattenscheid 09 – gespielt, geschweige denn „geknipst“ hat Ivan Benkovic in den letzten Jahren selten bis nie. „Der Junge wollte endlich spielen. Und diese Chance haben wir ihm geboten“, sagt Erkenschwicks Trainer Zouhair Allali.

Der hatte im Sommer, als er den Kader völlig neu aufbauen musste, mit Benkovic und dessen Berater Stanko Patkovic ein paar unkomplizierte Gespräche geführt. „Das passte sofort“, sagt Ivan Benkovic.

Dass er, der im Oktober an der Uni Duisburg/Essen ein Lehramts-Studium (Biologie und Geschichte) aufnimmt, mit einem Berater zusammenarbeitet, kommt nicht von ungefähr: „Den Traum, Profi zu werden, habe ich weiter.“ Dass er das schwerlich am Stimberg sein wird, wo die Oberliga aktuell das höchste der Gefühle ist, ist zu vermuten. Die Spvgg. sieht er aber dennoch nicht alleine als Durchgangsstation.

„Das macht Spaß mit dieser Mannschaft. Alle haben einen gesunden Ehrgeiz“, sagt er. An Selbstvertrauen mangelt es dem Kroaten nicht, er sagt dazu auch, dass er sich gerade aktuell sehr wohlfühlt: „Das trägt zum Selbstvertrauen bei, wenn der Verein auf einen jungen Spieler setzt und man als Spieler zufrieden ist mit dem Verein.“

Dass alle Augen am Stimberg nun aufs erste Heimspiel gerichtet sind und damit aufs erste Kreisderby in dieser Saison, ist auch Ivan Benkovic nicht entgangen. Einen Vorgeschmack hat er in Rheine erhalten, wo er erstaunt registrierte: „Da waren nur unsere Fans zu hören. So etwas braucht ein Team natürlich, gerade ein junges wie wir.“

Ohnehin sieht Ivan Benkovic die Mannschaft nicht als Fallobst in der Liga: „Wir können eine gute Rolle spielen, aber dafür müssen wir weiter kämpfen, einer für den anderen.“ Das wolle auch er, und treffen natürlich. Woran Trainer Allali keine Zweifel hat: „Ivan ist technisch stark und unheimlich schnell. Er ist noch lange nicht mit seiner Entwicklung am Ende.“

Quelle: Stimberg-Zeitung

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