Silvers herrmann 5Die im Vorfeld von einigen Mitgliedern befürchtete Palastrevolte fand nicht statt. Harmonisch und zügig wie selten führte Hermann Silvers am Mittwochabend im Vereinsheim durch die Jahreshauptversammlung der Spvgg. Erkenschwick. Dabei hatte der erste Vorsitzende des Traditionsklubs in der 80-minütigen Versammlung durchaus zukunftsweisende Themen mit den knapp 40 Anwesenden zu besprechen. Nach den Berichten der Kassenprüfer wurde der Vorstand einstimmig entlastet.

Hermann Silvers (M.) informierte die Mitglieder über geplante Veränderungen bei der Spvgg. Erkenschwick. Schatzmeister Sven Hoffmann (l.) und der zweite Vorsitzende Andreas Giehl unterstützen den 76-Jährigen in seinem Bemühen.

Einen Antrag auf Neuwahlen, der lange Zeit im Raum stand, hatte niemand gestellt. Die sich um den Unternehmer Andreas Richter gebildete Opposition, die dem amtierenden Vorstand im Zuge des Regionalligaverzichts und dem anschließenden Verlust der kompletten Oberliga-Mannschaft schwere Versäumnisse vorwirft, war am Mittwoch nicht anwesend. Und da Wahlen in diesem Jahr nicht auf der Tagesordnung standen, bleiben Silvers und Co. zumindest bis 2017 weiter im Amt.

Der 76-jährige Vereinschef informierte die Versammlung über geplante Renovierungsarbeiten auf der Platzanlage. So soll die in die Jahre gekommene Fluchtlichtanlage auf dem Vorplatz durch moderne LED-Lichter ersetzt werden, damit auf dem Kunstrasen auch weiterhin Oberligaspiele ausgetragen werden können. Derzeit erfüllt die Anlage nicht die vom Verband gestellten Anforderungen. Auch im Stadion selbst sollen LED-Lichter installiert werden, sodass in den Wintermonaten die Fußballer, aber auch die Leichtathleten des TuS 09 das weite Rund nutzen können. Der mittlerweile elf Jahre alte Belag des Kunstrasenplatzes soll zudem erneuert werden, damit auch weiterhin ein geregelter Trainingsbetrieb stattfinden kann. Am Montag findet zu diesen Themen ein Gespräch mit den Verantwortlichen der Stadt im Rathaus statt. Fest steht, dass die marode Heizungsanlage (Kabinen und Vereinsheim) erneuert werden muss, damit der Verein auf Dauer seine Energiekosten senken kann und auch das Wasser in den Duschen im Winter wieder warm ist.

Über einen Antrag hatten die Mitglieder dann aber doch noch abzustimmen, den Andreas Giehl eingebracht hatte. Der zweite Vorsitzende machte sich für eine Satzungsänderung stark, damit der Verein in Zukunft auch Heimat für Sportler aus anderen Sportarten werden kann. Die Verantwortlichen erhoffen sich davon einen Zuwachs der Mitgliederzahl. Der Antrag wurde angenommen, der Gründung einer geplanten Box-Abteilung steht nichts mehr im Wege. Die Gespräche hierüber sind schon fortgeschritten.

Auch über den erneuten Verzicht auf den Aufstieg der ersten Mannschaft wurde kurz gesprochen. Hier nahm Jugendschatzmeisterin Birgit Löw den im Raum stehenden Vorwurf, dass erwirtschaftete Gelder des Hauptvereins in die Jugendabteilung geflossen seien sollen, jeglichen Nährboden. Genau in die andere Richtung seien die Gelder als Darlehen geflossen, versicherte sie. Löw stellte klar, dass es die Jugendabteilung war, die in den letzten Jahren den Hauptverein mit rund 80 000 Euro unterstützt habe, damit der Spielbetrieb aufrechterhalten werden konnte.

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