demir muhamedEin kleines Fußballwunder hat die Spvgg. Erkenschwicker bereits geschrieben in dieser Oberligasaison, fürs große ist die Mannschaft von Trainer Zouhair Allali wohl noch nicht bereit. 45 Minuten lang waren die Schwarz-Roten am Sonntag dem SC Hassel ein Gegner auf Augenhöhe – und damit eben auch 45 Minuten lang nicht. Der Hasseler 2:0 (0:0)-Erfolg nach späten Toren von Kevin Rudolph (81.) und Julian Hellmich (90. + 2) ist daher vollkommen verdient.

Keinen Millimeter Platz lässt Erkenschwicks Innenverteidiger Muhamed Demir in diesem Kopfballduell dem Hasseler Maik Habitz. Foto: Krimpmann)

Die Partie vor 280 zahlenden Zuschauern am Lüttinghof könnte dabei noch nachhaltige Wirkung entfalten. Dass es kein allzu guter Tag werden würde, ahnte Trainer Zouhair Allali frühzeitig. Ibrahim Erdem, obwohl für die Startelf vorgesehen, musste kurz vor Anpfiff passen, die Hüfte schmerzte noch immer. Für ihn rutschte Eugene Ofosu-Ayeh auf die „Zehner“-Position, dort jedoch wirkte der pfeilschnelle Ghanaer, in Hassel dazu zweikampfschwach, nicht an seinem richtigen Platz.

In der Pause musste dann Tim Oberwahrenbrock in der Kabine bleiben. Der Erkenschwicker Schlussmann hatte einen Schuss von Maik Habitz aus nächster Nähe vor den Kopf bekommen (19.), womit Oberwahrenbrock zwar eine „Hundertprozentige“ zunichtemachte. Der Keeper habe über Schwindel und ein Taubheitsgefühl im Gesicht geklagt, so Trainer Zouhair Allali zur Auswechslung seines bis dahin tadellosen Stammkeepers.

In der 88. Minute sah Gerard Lubkoll nach einem übermotivierten Foulspiel die gelbrote Karte. Der 18-Jährige war zuletzt ein Aktivposten, nun ist er ein Spiel gesperrt.

Dabei waren die Gäste vom Stimberg dem körperlich robusten Aufsteiger eine Spielhälfte lang ebenbürtig. Wie beim 4:0 in Rheine, versuchten die Gäste mit überfallartigen Kontern zum Ziel zu gelangen. Zweimal stand dem nur einer im Wege: Hassels Kapitän Nikolaj Zugzic.

Nach 45 Sekunden klärte er vor dem einschussbereiten Semih Demiroglu, in Minute 24 drosch Zugzic den Ball von der eigenen Torlinie – Ivan Benkovic hatte abgezogen, Hassels Keeper Drobe zwar pariert, aber das Rund drohte noch ins Tor zu rollen.

Auch Hassel hatte wenige, dafür gute bis sehr gute Chancen: Die beste vergab Sandro Poch, der in der 45. Minute am Erkenschwicker Fünfmeterraum einen Querschläger fabrizierte, dass mancher schon dachte: Wer den nicht rein macht, kriegt ihn nie rein!

Nach der Pause drückten die Gastgeber mit Macht. Die Spvgg. bekam kaum noch Zugriff aufs Spiel, selbst die ansonsten zweikampfstarken „Sechser“ liefen ein ums andere Mal hinterher. Und obwohl Hassel weiter fleißig mit den eigenen Torchancen schluderte: Als Kevin Rudolph in der 81. Minute nach dem zehnten Hasseler Eckball das Spielgerät mustergültig auf den Fuß fiel, fackelte Hassels „Zehner“ nicht lange und sorgte für die mittlerweile hochverdiente Führung.

„Wir machen nichts mehr zusammen, jeder spielt für sich“, hatte Trainer Allali schon in der verordneten Trinkpause moniert. Diesmal schienen seine Worte nicht die Adressaten erreicht zu haben. Hellmich per Kontertor (90. + 2) beseitigte danach alle etwaigen Restzweifel am ersten Hasseler Saisonsieg.

Von Olaf Krimpmann

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