rosenkranz philipp16Lange hat er mit sich gerungen, ob er bleiben solle, extrem lange. Sein Abschied im Sommer war sehr emotional. Am Sonntag nun kehrt Philipp Rosenkranz zurück an den Stimberg. Allerdings im falschen Trikot, wie viele dort meinen. Der 28-Jährige, in den letzten fünf Jahren eine Bank im Erkenschwicker Mittelfeld, hat beim ASC Dortmund angeheuert, dem Gegner der Spvgg. am Sonntag. „In zehn Minuten bin ich am Platz, es ist alles hier eher familiär, ähnlich wie in Erkenschwick“, berichtet Rosenkranz.

So kennen und lieben ihn die Erkenschwicker Fans: Philipp Rosenkranz als zupackender Malocher im Mittelfeld. Foto: Krimpmann

 Einziger Schönheitsfehler: Erst lief es nicht bei Philipp Rosenkranz selbst. In den entscheidenden Wochen der Vorbereitung war „Rosi“ mit einem Beckenschiefstand außer Gefecht, der 28-Jährige musste sich erst in die Mannschaft kämpfen.

In der Saison läuft es nicht für seinen Verein: Drei Spiele, nur ein Punkt – der ASC rangiert im Tabellenkeller der Liga. „So haben wir uns das nicht vorgestellt“, räumt Philipp Rosenkranz ein, der frank und frei sagt: „Erkenschwick kann uns richtig da unten reindrücken.“

Dass das nicht passieren darf, liegt für Philipp Rosenkranz auf der Hand: „Natürlich hänge ich noch an der Spvgg. und selbstverständlich verfolge ich, wie’s läuft im Verein. Ich freue mich wirklich, dass die Jungs schon ein paar Punkte geholt haben. Aber ich bin Fußballer, und jeder der mich kennt, weiß: Ich haue in jedes Spiel alles rein. Das werde ich auch am Sonntag.“

Was die Gründe für den Dortmunder Fehlstart sind, darüber grübelt auch Philipp Rosenkranz ständig: „Mein Gefühl sagt mir, dass wir noch ein wenig brauchen. In der Oberliga wird dir nichts geschenkt, wobei wir eigentlich nie chancenlos waren. Aber irgendwie hauen wir uns die Dinger immer selbst rein, das ist natürlich frustrierend. Auf jeden Fall ist da eine Tendenz, die nicht stimmt und die wir schnell ändern müssen.“ Daher wird Philipp Rosenkranz am Sonntag mit mehr als nur gemischten Gefühlen zurückkehren an die Stätte, in der er als Fußballer seine größten Erfolge hat feiern dürfen.

„Ich hoffe, es kommen noch ein paar dazu“, sagt „Rosi“. „Meine Freundin sagt zwar, dass ich mir langsam mal Gedanken machen solle, wie’s nach dem Fußball weitergeht. Aber ich habe hoffentlich noch drei, vier, fünf gute Jahre auf dem Platz.“

von Olaf Krimpmann

Spvgg. Erkenschwick - ASC Dortmund; So., 15 Uhr – Stimberg-Stadion.

Liveticker: www.stimberg-zeitung.de

Richtungsweisendes Spiel

Auch Zouhair Allali ist es nicht entgangen: Das Heimspiel gegen ASC Dortmund ist für die Spvgg. ein richtungsweisendes. Mit einem Sieg wäre seine Mannschaft in der Phase der Saison, in der sich das Feld langsam sortiert, erst einmal im Mittelfeld gefestigt, was das Arbeiten naturgemäß erleichtern sollte. Der Respekt vor dem schwach gestarteten Gast ist dabei groß. „Ich habe Dortmund gesehen und finde, das sie unter Wert in der Tabelle stehen. Das ist eine Mannschaft, die einen guten Mix aus gestandenen und jungen Spielern hat und die uns vor allem Erfahrung voraus hat“, so der Erkenschwicker Trainer. „Aber wie eigentlich immer gilt für uns: Wir dürfen nicht auf den Gegner schauen, sondern müssen uns an die eigen Nase fassen und selbst Leistung bringen.“ Ganz sorgenfrei geht der Erkenschwicker Trainer nicht ins zweite Heimspiel der Saison: Eugene Ofosu-Oyeh (Knöchelprobleme), Ibrahim Erdem (Hüfte), Enes Coemez (Wade) und Lukas Abulhanov (Knie) waren in dieser Woche angeschlagen und mussten im Training zum Teil komplett pausieren.

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