demir muhamed2Die Spvgg. Erkenschwick hat den Abwärtstrend der letzten Wochen stoppen können. Nach dem spektakulären 3:4 in der Vorwoche gegen ASC Dortmund war das 0:0 an diesem Sonntag gegen FC Gütersloh zwar weitgehend trockene Kost. Aber um einen Schönheitspreis waren sie am Stimberg nun wirklich nicht bemüht. „Das 0:0 ist ein Arbeitspunkt, der zwar nur einen Punkt in der Tabelle ausmacht“, meinte Trainer Zouhair Allali. „Aber für unsere Entwicklung kann dieses Resultat noch viel mehr bedeuten.“

Erfolgreicher Bodenarbeiter: Muhamed Demir klärt vor dem Gütersloher Serge McNichol Strickland.  Foto: Olaf Krimpmann

 Es war das erste Mal in dieser Saison, dass die Schwarz-Roten fast durchgehend unter Druck standen und diesmal eben nicht einknickten.

Was unter anderem ein Verdienst von Tim Oberwahrenbrock war. Für Allali war es nach dem 3:4 gegen Dortmund, bei dem Erkenschwicks Schlussmann gleich mehrfach keine allzu gute Figur gemacht hatte, keine Frage, an Oberwahrenbrock als Nummer eins auch gegen Gütersloh festzuhalten. Auch solche Leistungen wie gegen Dortmund, meint Allali, gehörten zu einer allgemeinen Entwicklung eines bekanntermaßen immer noch blutjungen Teams dazu.

Gegen Gütersloh parierte Oberwahrenbrock dreimal spektakulär: In der 30. Minute, als mit Muhamed Demir ausgerechnet sein eigener Vordermann eine Rückgabe derart platziert aufs eigene Tor köpfte, dass der Ball fast schon über der Linie schien, ehe Oberwahrenbrock das Rund noch mit den Fingerspitzen erreichte. „Ich musste gucken, ob Tim da ist“, scherzte der Verteidiger nach Spielschluss, der wie die gesamte Erkenschwicker Defensivabteilung an diesem Spieltag einmal mehr voll gefordert wurde.

Oberwahrenbrock ist auf dem Posten

In der 33. Minute parierte Oberwahrenbrock einen Kopfball aus kurzer Distanz von Lars Beuckmann. Den gegen Hassel per Ampelkarte vom Platz gestellten Gütersloher Innenverteidiger hatte der FCG unter der Woche in einem Kreispokalspiel freigespielt.

Dann war Oberwahrenbrock in der 57. Minute auf dem Posten, als er einen gefährlichen Distanzschuss von Saban Kaptan über die Querlatte lenkte – was dem Spvgg.-Keeper in der Summe seiner Taten am Ende viele Gratulationen einbrachte, die ihm sichtlich guttaten.

In der vergangenen Woche hatte sich Oberwahrenbrock vor allem in den sozialen Netzwerken einige harsche Kritik gefallen lassen müssen. „Natürlich ist mir das nahegegangen“, gestand der Torhüter am Sonntag nach Spielschluss ein. „Aber so ist das eben: Mal bist du der Buhmann, mal bist du der Held.“

Schlussendlich trugen alle im schwarz-roten Dress mit einer Energieleistung dazu bei, dass die Spvgg. sich einen Punkt gutschreiben konnte. In Sachen Erkenschwicker Offensive waren die körperlich überlegenen Gütersloher bestens präpariert, hielten die Angreifer meist weit vom eigenen Strafraum entfernt.

Dazu wirkte der eine oder andere im Spvgg.-Dress nicht mehr ganz so frisch und dynamisch wie noch zu Saisonbeginn. Zwei ganz starke Abschlüsse hatten die Platzherren aber dennoch, beide in ihrer besten Phase kurz vor der Pause.

Erst parierte FCG-Keeper Radowslaw Libera einen Kopfball von Dennis Konarski ebenfalls spektakulär (40.). Dann verkürzte Güterslohs Nummer eins geschickt den Winkel, als Ibrahim Erdem frei vor ihm auftauchte (44.) und mit seinem Schuss an Libera scheiterte.

Güterslohs Trainer Fatmir Vata war angesichts des Chancenplus für sein Team und einer weitgehenden Spielkontrolle durch den FCG am Ende hin- und hergerissen. „Vorher wäre ich mit einem Punkt zufrieden gewesen, jetzt bin ich es nicht“, so der Ex-Profi. Erkenschwicks Muhamed Demir sah’s naturgemäß etwas anders: „Wir sind froh, endlich wieder gepunktet zu haben.“

von Olaf Krimpmann

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