benkovic ivan6Der verheißungsvolle Auftakt ist Geschichte, die raue Wirklichkeit der Oberliga hat die Spvgg. Erkenschwick spätestens seit gestern fest im Griff. Gegen Arminia Bielefelds U23 quittierte die Stimberg-Elf am Sonntagnachmittag die dritte Saisonniederlage. Und die war auch vollauf verdient. Das Schmerzliche an der Pleite: Am guten Willen, am Engagement fehlte es der Mannschaft von Trainer Zouhair Allali nicht.

Ständig bemüht, aber erfolglos: Spvgg.-Angreifer Ivan Benkovic (l.) hat nicht nur in dieser Szene gegen Bielefelds Innenverteidiger Daniel Brinkmann einen schweren Stand.  Foto: Thomas Braucks

So starteten die Gastgeber mit Tempo und Herz ins Spiel, brachten Bielefelds Hintermannschaft schon in den ersten fünf Minuten ins Schwitzen.

Einmal fehlte Ivan Benkovic nur ein Schritt zu einer klaren Torchance (4.), eine Minute später blockte Arminias Abwehrmann Marcel Lücke den Torschuss des Angreifers. Ein ansehnlicher Start, der wenig später nicht mehr viel wert war.

Mit dem ersten gescheiten Angriffsversuch kombinierten die Gäste ihre Spitze Jannik Brosch frei und der schoss hart und flach ins Eck – 0:1. Ein Treffer, der zu verhindern gewesen wäre: Die Schwarz-Roten standen wohlgeordnet in der eigenen Hälfte, nur suchten sie nicht entschlossen den Zweikampf.

Das 0:1 warf die Spvgg. noch nicht um, die Gastgeber suchten weiter die Offensive. Vor allem Erdem oder Benkovic besaßen auch ein paar Halbchancen. Aber um eine klare Möglichkeit herauszuspielen, fehlten den Schwarz-Roten Übersicht und Ruhe am Ball. Dennoch: Zur Pause hätte man das 0:1 noch als etwas schmeichelhaft für die Gäste bezeichnen können.

Das änderte sich nach der Pause gründlich. In der 48. Minute trat Tosun einen Eckball vors Tor, Innenverteidiger Lücke bugsierte den Ball ins Tor – 0:2 (48.). Der Treffer sog den Gastgeber alle Energie aus den Gliedern. Fortan war Arminia Bielefeld das klar bessere Team.

Als Folge der 0:1-Niederlage von Hassel hatte Trainer Daniel Scherning die halbe Mannschaft getauscht. Und das zahlte sich aus: Die Gäste wirkte nie wie eine U23, sie spielten in jeder Beziehung viel abgezockter auf als die Schwarz-Roten.

Bezeichnend für die Spvgg. die 50. Minute: Gerard Lubkoll behauptete auf der rechten Seite knapp hinter der Mittellinie energisch den Ball, ließ zwei Bielefelder stehen und spurtete bis an den Fünfmeterraum. Aus spitzem Winkel scheiterte er mit seinem Abschluss an Torhüter Rump, statt die Kollegen in der Mitte zu bedienen. Es war die beste Gelegenheit, dem Spiel eine Wende zu geben.

Das war nach 67 Minuten gelaufen: Ein Diagonalball langte, um die Erkenschwicker Defensive aufzureißen – Rausch-Bönki schoss ungehindert zum 0:3 ein. Noch Schlimmeres verhinderte Spvgg.-Torhüter Tim Oberwahrenbrock, der drei, vier erstklassige Bielefelder Möglichkeiten mit seinen Paraden zunichte machte.

Trainer Zouhair Allali versuchte früh, von außen Einfluss zu nehmen. Brachte schon kurz vor der Pause Ofusuh-Ayeh, später Solak und Güven. Besser wurde damit nichts. Das Erkenschwicker Ehrentor resultierte aus einem Freistoß: Enes Coemez wuchtete den Ball aus 20 Metern flach ins Toreck (80.). So viel Entschlossenheit hätte man sich etwas früher gewünscht.

Quelle: Stimberg-Zeitung

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