jubel in muenster 2007Auch wenn der Unmut unter Teilen der Anhängerschaft weiter groß ist, dass die Spvgg. Erkenschwick ihr Pokal-Highlight nach Münster „verkauft“ hat – im Umfeld des Vereins wächst die Vorfreude auf den westfälischen Klassiker am Sonntag (15 Uhr – Stadion Am Berg Fidel) nun doch zusehends. Geschichte und Geschichten haben beide Vereine reichlich geschrieben, die sich seit Kriegsende alleine in Meisterschafsspielen 66 Mal gegenüber standen – und das oft auf höchster Ebene.

 

Fast zehn Jahre ist es her: Am 5. April 2007 feierte die Spvgg. im Preußen-Stadion einen 1:0-Sieg. Von links nach rechts: Dennis Warncke, Janos Bluhm, Sebastian Westerhoff, Philipp Kasperidus, Nils Eisen, Bastian Görrissen (halb verdeckt), Arek Grad, Zouhair Allali, Torschütze Martin Setzke, Michael Strzys (verdeckt), Marcel Althaus, Mirko Mustroph und Thomas Falkowski. Foto: Krimpmann

Könnte es da etwa glückliche Fügung sein, dass ausgerechnet der heutige Spvgg.-Trainer Zouhair Allali Teil war jenes Teams, das am 5. April 2007 1:0 bei den Preußen gewann? Es war der letzte Erkenschwicker Pflichtspielsieg gegen Münster. Das „Tor des Tages“ erzielte vor 2390 Zuschauern Martin Setzke in der 54. Minute. „Das jetzt ist nicht nur ein Pokalspiel“, sagt Zouhair Allali daher. „Da steckt Geschichte hinter.“

Genau das versucht der 34-Jährige seinen Jungs – 19, 20 Jahre die meisten – einzubläuen. In diesem Pokalspiel, auch wenn es ein scheinbar hoffnungsloses ist aus Sicht des sportlich kriselnden Oberligisten, gelte vor allem: „Aufgeben gilt nicht.“ Sagt der Trainer.

Der will sich im Vorfeld erst gar nicht an irgendwelche Spekulationen beteiligen, ob und wie sein Team vom Drittligisten relativ glimpflich davonkommen kann. „Wir denken nicht über ein 0:4 oder 0:5 nach. Wir wollen die ärgern“, gibt sich der 34-Jährige betont selbstbewusst.

Allali liefert die Begründung gleich mit und sie klingt plausibel: „Ich glaube, Münster hat aktuell andere Probleme als ein Pokalspiel gegen Erkenschwick.“ Zu Wochenbeginn hatte aufgrund der Talfahrt in der 3. Liga Preußen-Trainer Horst Steffen seinen Platz räumen müssen. Kleine Randnotiz: Im April 2007 musste Münsters Coach Georg Kreß nach dem 0:1 gegen Erkenschwick gehen.

Dass die Haupttribüne am Sonntag vor allem gut besetzt sein dürfte mit potenziellen Kandidaten, die auf den Trainerposten in Münster spekulieren, scheint damit amtlich. „Von daher wird Münster schon alles aufs Feld schicken, was sie haben“, vermutet Zouhair Allali.

U19-Trainer Cihan Tasdelen, der interimsweise übernommen hat, stehe damit unter einem ganz anderen Druck als Allali, mutmaßt der Erkenschwicker Trainer: „Er will nicht der sein, der mit einer Niederlage startet oder vielleicht dann wieder zurück in die U19 muss. Deshalb ist ganz klar für uns: Wir wollen weiter lernen, wir wollen das Spiel in diesem Stadion genießen, aber wir wollen Preußen Münster auch ärgern, wo wir können.“

Und sich damit einigen Kredit des eigenen Anhangs wieder holen: „Ich bin sicher, unsere Fans verzeihen uns dort jede Niederlage, wenn wir dabei alles raushauen“, ist Allali überzeugt. Dessen letzte Erinnerung an die Preußen ist im Übrigen keine gute: Am 2. Dezember 2007 flog Allali beim 2:5 am Stimberg nach einer Grätsche gegen Mehmet Kara vom Platz. An Einsatz hat es dem heutigen Erkenschwicker Trainer noch nie gemangelt.

Quelle: Stimberg-Zeitung

SC Preußen Münster - Spvgg. Erkenschwick; So., 15 Uhr – Preußen-Stadion. Navi: Am Berg Fidel 51, 48153 Münster.

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