BierWer zu denen unter den Anhängern der Spielvereinigung gehörte, der am Sonntag ernsthaft einen Bier-Boykott am Hülser Badeweiher in Erwägung zog, der war arm dran. Nüchtern hatte er mitansehen müssen, wie der NRW-Ligaaufsteiger ein an sich sicheres Spiel noch aus der Hand gab.

 

0:4 beim VfB Hüls – das nagte am eigenen Selbstbewusstsein. „Gegen so eine Gurkentruppe“, ärgerte sich nicht nur André Oberlin, „Chef“ der Ruhrpottmonster und gleichzeitig Fanbeauftragter der Spvgg.
Immerhin, „Obel“ hielt mit einigen wenigen Mitstreitern wenigstens bis zum Abpfiff am Badeweiher aus, ermunterte die ebenfalls wenigen Spieler, die zum „Abklatschen“ gekommen waren, nun ja nicht den Kopf in den Sand zu stecken.
„Dass so was mal kommen würde, war klar. Aber nicht so, nicht hier“, ärgerte sich Oberlin, der die ganze Sache auf den Punkt brachte: „Das war ganz einfach grünschnäblig, ansonsten kann man der Mannschaft eigentlich kaum etwas vorwerfen.“
Mit 25 Mann waren die Schwarz-Roten Ruhrpottmonster mit dem Planwagen angereist. Die letzten dieser Touren bei Schneckentempo waren erfreulicher gewesen. In der vergangenen Spielzeit etwa beim 2:1-Auswärtssieg in Waltrop, oder noch in der Vorsaison, als der Trecker gar bis nach Nottuln schnaufte, wo ausgiebig der gerade perfekte Klassenerhalt gefeiert wurde.
Sechs Fans hatten gestern zudem noch eine ganz andere (Tor)Tour hinter sich gebracht. Am Vormittag waren sie Zeuge des 0:4 der U19 in Leverkusen, was kaum jemand dem Neu-Bundesligisten krumm nahm. Am Nachmittag folgte dann das 0:4 in Hüls, was dem ein oder anderen schon weit schwerer im Magen gelegen haben dürfte. Etliche Erkenschwicker Zuschauer suchten noch vor Schlusspfiff das Weite.
An den Bier-Boykott hatten sich nicht allzu viele gehalten. Er war erst als ernst gemeinte, dann wohl als eher spaßige und freiwillige Ankündigung im Fan-Forum verbreitet worden. Aus Ärger, dass ausgerechnet die „Schwicker“ immer der lokalen Konkurrenz die Bude voll macht, während im Rückspiel am Stimberg eher „tote Hose“ ist. So war’s bereits in der vergangenen Saison. Und was hat es gebracht? Nichts. Wer nüchtern blieb, der litt gestern eben doppelt.

Von Olaf Krimpmann

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