jubel in ennepetal 2016Mehr oder weniger heftige sportliche Dramen hat die Spvgg. Erkenschwick in dieser Saison schon einige durchlebt. Am Sonntag im Bremenstadion endlich feierten die Mannen von Trainer Zouhair Allali nach einem echten Krimi erstmals ein Happy End. Mit einem 2:1 bei TuS Ennepetal setzte Erkenschwick den zweiten „Dreier“ seit dem ersten Spieltag. Wie groß die Erleichterung war, war im Bremenstadion unschwer zu erkennen.

Riesenjubel herrschte nach Schlusspfiff im Bremenstadion bei den "Schwickern".  Foto: Olaf Krimpmann

Kaum auszudenken, die „Schwicker“ hätten auch dieses Spiel noch aus der Hand gegeben – was in einer turbulenten Schlussphase noch möglich gewesen wäre.

  Verdient wäre es nicht gewesen, nicht einmal für Ennepetals Trainer Imre Renji: „Was Moral und Einstellung angeht, also die Basis des Fußballspiels, muss sich meine Mannschaft heute selbst hinterfragen“, ätzte der Übungsleiter.

Exakt beide Grundtugenden brachten dafür die Gäste an den Start. Obwohl sie weitgehend dem TuS die Initiative überließen, hatten sie das Geschehen lange Zeit unter Kontrolle, boten Ennepetal nur wenige Räume und so gut wie keine Chance zu aussichtsreichen Abschlüssen. „Vom Spielanteil in Prozenten her gesehen waren wir heute zwar sicher unterlegen. Gefahr aber haben dafür wir ausgestrahlt“, befand Erkenschwicks Trainer Allali.

Schüsse der Qualität, wie sie Okan Solak etwa in der 11. und 23. hatte, brachte der TuS lange nicht zustande. Beide Male rettete Ennepetals Schlussmann Marvin Weusthoff. Der schien allerdings in de 35. Minute leicht am Träumen zu sein: Semih Demiroglu zog aus gut und gerne 30 Metern ab, und als Weusthoff endlich reagierte, zappelte der wunderschön geschossene Ball schon im Netz (35.).

Die Führung im Rücken machte den Gästen Mut, die auch nach dem Wechsel immer wieder Nadelstiche setzen konnten. Und sie zeigten, dass sie gewillt waren. Energisch etwa gingen Eugene Ofosu-Ayeh und Dennis Weßendorf in der 55. Minute am Ennepetaler „16er“ zu Werke, eroberten den Ball, den Weßendorf schön in den Strafraum chippte. Dort gelang Ivan Benkovic mit der sportlich schönsten Aktion des Spiels, einer Direktabnahme, die lang unten einschlug, zweifellos das Tor des Tages.

„Benko“ verlieh der Treffer sichtlich Flügel, sorgte aber auch für einen wackligen Fuß. Als Erkenschwicks Stürmer in der 73. Minute zu einem Elfmeter antrat (Foul an Ofosu-Ayeh), zielte Benkovic extrem ungünstig halbhoch – der Ball wurde eine sichere Beute für Weusthoff.

In den letzten 20 Minuten – die lange Nachspielzeit eingerechnet – wackelten die Schwarz-Roten dann bedenklich. Ennepetal warf alles nach vorne, erzielte durch Robin Gallus in der 82. Minute den Anschlusstreffer. Aber – endlich seit langem, ist man geneigt zu sagen – arbeitete alles, was das schwarz-rote Trikot trug, wirklich Hand in Hand und warf sich in die Bälle.

In diesem Sinne: Glücklich war er zwar, der zweite Saisonsieg, verdient aber auch. „Es musste doch mal klappen“, atmete nicht nur Dennis Weßendorf auf.

Von Olaf Krimpmann

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